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Syrien, Amude – Unterstützung des Frauenvereins

In Amude, einer Kleinstadt mit 48.000 Einwohnern, gab es schon vor dem Krieg nur wenige Möglichkeiten für Frauen selbständig, mit eigenem Einkommen, zu leben. Damit sind sie abhängig von ihren männlichen Familienmitgliedern.

Der unabhängige Frauenverein Amude wurde 2012  im kurdischen Gebiet gegründet und begann durch unzählige Veranstaltungen zu medizinischen, sozialen, kulturellen und politischen Themen, eine Anlaufstelle für Frauen zu werden. Durch die Kriegssituation in Syrien ist dieses Zentrum notwendiger denn je geworden.

Der Verein versucht Frauen Zugang zu Bildung zu ermöglichen, für Frauenrechte einzutreten, ihre Gesundheit zu stärken und Wissen über den eigenen Körper zu vermitteln; sie handwerkliche Fähigkeiten und Know how, die für die Ausübung eines Berufes nötig oder sinnvoll sind, in Form von Workshops zu lehren.
Ein spezieller Fokus liegt zudem bei der Unterstützung von Frauen mit Kindern, die besonders unter den Folgen des Bürgerkrieges leiden.
Das Projekt des WGT soll diese Arbeit absichern und einen eigenen Raum für die Frauen bieten.

Projektpartner:

Frauenverein Amude / Liga für Emanzipatorische Entwicklungszusammenarbeit (LeEZA)

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2015 – 2016
Fördersummer: 15.000,- Euro

Bilder Copyrights: LeEZA

Kosovo, Rahovec – Sustained Effect

Die soziale Lage der Menschen mit Behinderung im Kosovo ist katastrophal: Es gibt wenig bis keine Unterstützung seitens der Behörden, aufgrund der mehr als angespannten Budgetsituation gibt es für diese Anliegen keine Fördertöpfe. Die Hauptarbeit wird von internationalen NGOs geleistet. Zusätzlich kommt es aufgrund von Bildungsdefiziten zu sozialer Stigmatisierung: Ein Kind mit Behinderung wird oftmals als Bestrafung von Gott gesehen und die Familie gemieden.

Das Projekt SUSTAINED EFFECT soll in der Region Rahovec, im Südwesten des Kosovos, die Situation der Kinder mit Behinderung und der sie betreuenden Mütter Schritt für Schritt verbessern. Es hat das Ziel, vor allem die Frauen in den Großfamilien, die die Hauptlast der Betreuung und Versorgung der Kinder mit Behinderung tragen, zu stützen und zu fördern.

Die Partnerorganisation ist der Verein HelpKosovo, der seit 2007 im Kosovo tätig ist. Dieser setzt auf einen viergliedrigen Ansatz:

• Basismedizinische Versorgung der Familien mit Kindern mit Behinderung, vorrangig die Kinder, Mütter und weitere Frauen im Familienverbund

• Ausbildung der Mütter/betreuende Frauen in Seminaren betreffend allgemeine Pflege, Umgang mit Pflegemittel und Lebensmittelzubereitung

• Weiterführende medizinische Behandlung bei Fachärzten

• Eventuelle medizinische Operationen durch österreichische Ärzte im Kosovo

Projektpartner:

HelpKosovo

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2015 – 2017
Fördersumme: 29.000,- Euro

Bilder Copyright: © HelpKosovo

Ecuador – Wege in die Selbstständigkeit

Das Frauenhaus „Maria Amor“ in Cuenca bietet seit 2004 verschiedene Programme an, um Frauen einen Ausstieg aus der häuslichen Gewalt zu ermöglichen. Der Weltgebetstag der Frauen in Österreich hat das Projekt bereits in den Jahren 2011 bis 2012 gefördert und freut sich, dies in den kommenden Jahren wieder zu tun.

In Ecuador erleben 6 von 10 Frauen mindestens einmal im Leben häusliche Gewalt. Die Frauen, die im Frauenhaus „Maria Amor“ unterkommen, gehören mehrheitlich einer sozial benachteiligten Bevölkerungsschicht an. Diese Frauen können auf keinerlei Hilfsnetzwerke wie Verwandte, Nachbarn oder Freunde zurückgreifen. Auch der ecuadorianische Staat bietet begrenzt Sozialprogramme an, die nur ansatzweise Unterstützung bieten. So ist das Frauenhaus oft die einzige Möglichkeit, der Gewalt zu entkommen. Neben der vorübergehenden Unterkunft benötigen diese Frauen und Kinder ein weitgefächertes Hilfsprogramm, um eine wirkliche Chance zu haben, aus dem Kreislauf der Gewalt und Abhängigkeit auszubrechen. Denn die finanzielle Abhängigkeit von den Männern, durch die sie die Gewalt erfahren haben, und das schlechte Angebot am Arbeitsmarkt, sind für die Frauen Hauptbeweggründe, zu ihren gewalttätigen Partnern zurückzukehren.

Das Frauenhaus „Maria Amor“ hat daher das Ausbildungsprogramm „Mujeres con Exito“ aufgebaut: In drei Kleinbetrieben (Wäscherei, Catering-Service und nun neu – ein kleines Café) erhalten die Frauen eine berufliche Ausbildung und verdienen dort ihr erstes Geld. Dadurch sollen die Frauen so gestärkt werden, dass sie zukünftig finanziell auf eigenen Beinen stehen. Eine zweite Projektkomponente betrifft das Programm des Begleitenden Wohnens. In fünf kleinen Wohnungen können Frauen und deren Kinder zeitlich begrenzt unterkommen. Sie zahlen eine geringe Miete und werden von einer Sozialarbeiterin im Sparen, der Finanzplanung und Familienangelegenheiten begleitet. Beide Programmkomponenten tragen dazu bei, dass die Frauen und Kinder eine wirkliche Chance haben, dem Kreislauf der Gewalt zu entkommen.

Im Frauenhaus „Maria Amor“ werden jedes Jahr ca. 100 Frauen und deren ca. 200 Kinder aufgenommen und betreut. Am Ausbildungsprogramm „Mujeres con Exito“ nehmen jährlich ca. 50 Frauen teil, in das Wohnprogramm werden jedes Jahr 10 Frauen mit ihren Kindern aufgenommen.

Projektpartner:

Caritas der Diözese Feldkirch

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2015 – 2017
Fördersummer: 35.000,- Euro

Bilder Copyright: Marion Burger, Caritas der Diözese Feldkirch

Indien, Gujarat – Erreichen der Unerreichbaren

Gujarat ist ein Bundessaat im Westen von Indien mit der Hauptstadt Ahmedabad, einer alten Handelsstadt. Landflucht und weitreichende Arbeitslosigkeit verschärfen in der 5 Millionenstadt Armut und prekäre Lebensbedingungen. Eine abgeschlossene Schulbildung, besonders bei Mädchen ist hier selten.

Der Schwesternorden der Dominikanerinnen bietet in Zusammenarbeit mit örtlichen NGOs Trainingsprogramme für Frauen aus besonders benachteiligen Bevölkerungsgruppen an. Einkommensschaffende Maßnahmen (Kurse für Schneiderei, Modedesign, Krankenpflege), psychosoziale Hilfen und Rechtsberatung sollen ihnen ermöglichen aus der Armutsspirale zu entkommen und die Lebensbedingungen in einer patriarchal geprägten Gesellschaft zu verbessern.

Weiters werden Sparpläne ausgearbeitet und kleine Darlehen vergeben um Frauen beim Aufbau kleiner Unternehmen zu unterstützen. Das Näh- und Stickzentrum, wo Frauen und Mädchen lernen, traditionelles Kunsthandwerk herzustellen, dessen Vermarktung weltweit über den Fair Trade Handel erfolgt, das Ärztezentrum mit Pflegeeinrichtung und Apotheke steht auch den Bewohnerinnen des benachbarten Armenviertels zur Verfügung. Teil des Projektes ist ebenfalls der Aufbau eines Beratungszentrums, das bei der Lösung von Konflikten in Familie und Alltag, sowie bei Gewalterfahrung Hilfe anbietet.

Projektpartner:

Dominican Missionary Sisters of the Rosary, St. Mary’s Nursing home

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2015 – 2016
Fördersummer: 12.000,- Euro

Bilder Copyright: Dominican Missionary Sisters of the Rosary
Dieser Beitrag wurde am 28. August 2017 in 2015, 2016, Indien veröffentlicht.

Österreich – Gemeinsam in einem Boot

Acht jugendliche Flüchtlingsmädchen verbringen mit acht Wiener Schülerinnen Zeit in der Natur – in einem Outdoor-Camp mit Zelten und Kochstelle am Waldrand. Die gemeinsame Auseinandersetzung mit den Anforderungen der Tage „draußen“ macht sie zu Gefährtinnen.

Das Projekt bietet jugendlichen Flüchtlingen eine Zeit der authentisch gefühlten Gleichwertigkeit und die Möglichkeit mit Altersgenossinnen aus Österreich in Kontakt zu treten. Gleichzeitig ermöglicht es den Jugendlichen der Mehrheitsgesellschaft in einem neutralen, freundlichen Umfeld Kontakt zu Menschen am „Rande unserer Gesellschaft“ zu haben – gleichwertig und auf Augenhöhe. Die Jugendlichen erfahren durch dieses Mit-Einbeziehen, dass sie Verantwortung für sich und die Gruppe tragen können und gemeinsam Gestaltungsmöglichkeiten haben. Durch das Angebot eines „Nur Mädchen Camps“ gibt es (endlich) Raum für Mädchen, die aus kulturellen Gründen an einer gemischten Gruppe nicht teilnehmen können/dürfen/wollen.

Diese „Girls Only Woche“ wurde im Juni 2015 zum ersten Mal durchgeführt und war ein voller Erfolg. Dabei entstand ein Video, das von den Mädchen selbst produziert wurde und einen guten Einblick in das Camp-Leben liefert.

Projektpartner:

Verein „ROOTS“

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2015 – 2016
Fördersumme: 10.000,- Euro

Bilder Copyright: Ursula Sova

Indien/Rajpur, Gujarat Ahmedabad – Erreichen der Unerreichbaren

Alttext

Tortenstück

Gujarat ist ein Bundessaat im Westen von Indien mit der Hauptstadt Ahmedabad, einer alten Handelsstadt. Landflucht und weitreichende Arbeitslosigkeit verschärfen in der 5 Millionen-stadt Armut und prekäre Lebensbedingungen. Eine abgeschlossene Schulbildung, besonders bei Mädchen ist hier selten.
Der Schwesternorden der Dominikanerinnen plant mit Hilfe des Weltgebetstages und in Zusammen-arbeit mit örtlichen NGOs Trainingsprogramme für Frauen aus besonders benachteiligen Bevölker-ungsgruppen einzurichten. Einkommensschaffende Maßnahmen (Kurse für Schneiderei, Modedesign, Krankenpflege), psychosoziale Hilfen und Rechtsberatung sollen ihnen ermöglichen aus der Armutsspirale zu entkommen und die Lebensbedingungen in einer patriarchal geprägten Gesellschaft zu verbessern.
Weiters werden Sparpläne ausgearbeitet und kleine Darlehen vergeben um Frauen beim Aufbau kleiner Unternehmen zu unterstützen. Das Näh- und Stickzentrum, wo Frauen und Mädchen lernen, traditionelles Kunsthandwerk herzustellen, dessen Vermarktung weltweit über den Fair Trade Handel erfolgt, das Ärztezentrum mit Pflege-einrichtung und Apotheke steht auch den Bewohnerinnen des benachbarten Armenviertels zur Verfügung.
Die Einrichtung eines Beratungszentrums, das bei der Lösung von Konflikten in Familie und Alltag, sowie bei Gewalterfahrung Hilfe anbietet, ist ebenfalls in Planung.

Projektpartner:

Dominican Missionary Sisters of the Rosary, St. Mary’s Nursing home

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2015 – 2016
Fördersummer: 12.000,- Euro

Dieser Beitrag wurde am 23. Juni 2017 in 2015, Indien veröffentlicht.

Bahamas/Nassau – Technische Hilfsmittel für Kinder bereitstellen

Der Kinder-KLub wurde vor sechs Jahren als NGO am Missionszentrum gegründet, um auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen um das Gebiet der Quackoo Street besser eingehen zu können.
Betreut werden ca 80 Kinder im Alter von 3 bis 16 Jahren, die aus der Umgebung kommen. Die Arbeitslosigkeit ist dort extrem hoch, die Kinder kommen aus kindereichen bzw/und Alleiner-zieherhaushalten mit sehr niedrigem Ein-kommen, konnten weder lesen noch schreiben und zeigten schwierige soziale Verhaltensweisen.
Der Kinder-Klub ist ein Begegnungsort, sie werden mit dem nötigen Essen versorgt, in allen Unterrichtsfächern bei den Hausaufgaben unterstützt, gefördert in handwerklichen Fähigkeiten und lernen soziale Kompetenzen.
Um den Umgang mit neuen Medien zu lernen, wird dringend EDV-Ausstattung genötigt.
Der Weltgebetstag Schweiz unterstützt das Projekt hauptsächlich, WGT Österreich beteiligt sich mit einem Betrag von 1.000,- Euro.

Projektpartner:

Children’s-Club des Missionszentrum der methodistischen Kirche

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2015
Fördersumme: 1.000,- Euro

Bahamas/New Providence – Bekämpfung familiärer und sexueller Gewalt

Das Bahamas-Crisis-Center (BCC) ist ein renommiertes Frauenrechtszentrum mit dem Schwerpunkt „Bekämpfung von sexueller und häuslicher Gewalt“. Seit 2013 ist das BCC die Partnerorganisation der WGT-Komitees Deutschland; Österreich und die Schweiz sind seit 2015 dabei.
Das Bahamas-Crisis-Center wurde 1982 von Dr.in Dean Patterson gegründet, um der grassierenden sexualisierten und innerfamiliären Gewalt auf den Bahamas etwas entgegenzusetzen. Anfänglich ging es ausschließlich um die direkte Unterstützung der Betroffenen, inzwischen spielen auch Aufklärung und Advocasy-Arbeit eine bedeutende Rolle.
Auf den Bahamas leben ca. 41.000 junge Menschen von 16 bis 25 Jahren, vielfältige Gewalterfahrung ist Teil ihres Alltags. Der Inselstaat gehört weltweit zu den zehn Ländern mit der höchsten Vergewaltigungsrate. Kinder werden etwa doppelt so häufig Opfer. 45% der weiblichen Teenager gaben an, dass bei ihrem „ersten Mal“ Gewalt im Spiel war. Nirgendwo sonst haben Mädchen und Jungen derart früh sexuelle Erfahrung: 2/3 sind nicht einmal 13 Jahre alt.
BCC betont, das die extreme Tabuisierung von Sexualität, der Mangel an angemessener Aufklärung und gewalttätige Geschlechter-Stereotypen die Hauptursachen dieses Problems sind. Im ersten Projekt begegnete BCC diesem Missstand mit einer auf Jugendliche zugeschnittenen Medienkampagne. In diesem zweiten Schritt sollen 30 ausgewählte Teenager aus der ersten Projektphase zu Ansprechpartnerinnen, zu sog. Champions for Change – Veränderungsaktivisten, für Gleichaltrige und Meinungsführerinnen zugunsten gewaltfreier Beziehungen ausgebildet werden. Dies geschieht in Workshops, Austausch und Beratungsforen, Entwicklung angepasster Bildungsmaterialien, Mentorinnen-Training von 20 Erwachsenen zur Unterstützung der jugendlichen Aktivistinnen.
Die Jugendlichen eignen sich Wissen und Methodenkompetenz an, um die innerfamiliäre und sexuelle Gewalt in ihren Stadtvierteln und Schulen anzusprechen und, wo notwendig, diese an professionelle Hilfe zu verweisen. Gleichzeitig werden jugendgemäße Kommunikationsstrukturen aufgebaut, um Einfluss auf kulturelle Normen, die geschlechterspezifische Gewalt legitimieren, nehmen und gewaltfreie Beziehungen als allgemein gültige Referenz etablieren.

Projektpartner:

Bahamas – Crisis – Center

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2015
Fördersumme: 15.000,- Euro

Dieser Beitrag wurde am 23. Juni 2017 in 2015, Bahamas veröffentlicht.