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Sierra Leone / Subsahara – Desert Flower Gives You Power

Mit rund 40 Prozent hat die Region der Sub-Sahara die höchste Analphabetenrate weltweit. Der Grund hierfür liegt vor allem an der schlechten Versorgung mit Schulmaterialien. Afrikanische Staaten investieren lediglich 1% des Budgets in Bildung. So steht in vielen afrikanischen Ländern nur ein Buch für rund 20 SchülerInnen zur Verfügung. Viele Kinder, die 4 Jahre die Schule besucht haben, können danach immer noch nicht lesen und schreiben.

“Desert Flower Gives You Power” ist das neue Bildungsprojekt der Desert Flower Foundation. Im Zuge des Projekts produziert die Gründerin der Foundation, Waris Dirie, ein erstes eigenes Lesebuch für Kinder in Afrika.

Die Desert Flower Foundation bekämpft seit ihrer Gründung im Jahr 2002 das grausame Ritual der weiblichen Genitalverstümmelung. In den letzten 14 Jahren wurden zahlreiche Projekte in diesem Bereich durchgeführt. Der niedrige Bildungsstatus steht in direkter Verbindung mit der hohen Zahl der jährlichen Opfer. Frauen, welche die Schule besuchen konnten, sprechen sich mehr gegen Genitalverstümmelung aus, als jene die keine Ausbildung erhalten haben. Bildung ist somit ein essentieller Faktor in der Bekämpfung dieses „grausamen“ Rituals.

Die Kinder erhalten ihr erstes eigenes Lesebuch mit einem Schreibset und einer Schultasche. Neben Leseübungen in Form einer Geschichte enthält das Buch Schreibübungen, welche mit Hilfe eines PädagogInnenteams mit Afrikaerfahrung entwickelt wurden. Dadurch erhält  jedes Kind die Möglichkeit gezielt Schreiben und Lesen zu lernen.
Des Weiteren soll durch den Inhalt des Buches – die Reise der kleinen Wüstenblume Waris und ihrem kleinen Bruder durch Afrika – das Selbstbewusstsein der Kinder und der Glaube an ihren Kontinent gestärkt werden.

Das Projekt startet zunächst in Sierra Leone und wird im weiteren Verlauf in anderen afrikanischen Ländern mit hoher Analphabetenrate durchgeführt werden.

Projektpartner:

Desert Flower Foundation

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2017 – 2019
Fördersumme: 30.000,- Euro

Bilder Copyright: Desert Flower Foundation

Irak – Training und Beschäftigung für Frauen

Der gegenwärtige Krieg hatte und hat einen enormen Einfluss auf das Leben in der kurdischen Stadt Dohuk. Die Gesamtbevölkerung hat sich mit dem Zustrom von Binnenflüchtlingen und Flüchtlingen aus anderen Ländern nahezu verdoppelt. Die neu angekommene Bevölkerung besteht zum großen Teil aus JezidInnen, einer kurdischen religiösen Minderheit, welche von Anhängern des sogenannten „Islamischen Staats“ (IS) als TeufelsanbeterInnen bezeichnet und deswegen von ihnen gejagt wurde. Sie sind teils hochtraumatisiert und weisen mehr chronische Gesundheitsprobleme auf als andere Flüchtlinge.

Frauen aus dieser Minderheit wurden stärker in ihrer sozialen und körperlichen Mobilität begrenzt, als in anderen kurdischen Gruppen. Nun leben viele Frauen ohne Mann in einem Lager, da dieser entweder tot oder verschollen ist. Oft erhalten sie keine oder nur eine geringe Familienbeihilfe. Deswegen benötigen diese Frauen dringend irgendeine Form von bezahlter Beschäftigung, um sich und ihre Kinder ausreichend versorgen zu können. Darüber hinaus brauchen sie eine Position, die in ihrer Gemeinde respektiert wird, um eine Stigmatisierung als weibliche Überlebende zu vermeiden.

In Dohuk haben Aktivistinnen verschiedenster Ethnien und Religionszugehörigkeiten den Verein „Women for Better Healthy Life“ gegründet. Mit Unterstützung durch die internationale Organisation medica mondiale planen sie ein Frauengesundheitszentrum in Dohuk. Es soll Ratsuchenden eine kompetente Anlaufstelle bieten und einen sicheren Ort, um sich auszutauschen.

Dank der Förderung durch den Weltgebetstag der Frauen Österreich sollen zunächst sechs jezidische Frauen zu Sozialarbeiterinnen ausgebildet werden. Dadurch verbessert sich nicht nur ihre wirtschaftliche Situation, sondern sie erhalten auch mehr Respekt und Anerkennung innerhalb der Gemeinschaft. Sie informieren Frauen und Mädchen im Lager über Grundregeln der Hygiene und Gesundheitsvorsorge, sowie über Angebote im Bereich von Gender basierter und sexualisierter Gewalt. Ist das Projekt erfolgreich, soll es auch in anderen Lagern übernommen werden.

Projektpartner:

Women For Better Healthy Life (WFBHL)

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2017 – 2018
Fördersumme: 13.000,- Euro

Bilder Copyright: Women For Better Healthy Life (WFBHL)
Dieser Beitrag wurde am 31. August 2017 in 2017, 2018, Irak veröffentlicht.

Österreich, Steiermark – Talente und Fertigkeiten fördern

Das Projekt der Frauenorganisation verein-freiraum wird in der Steiermark, im Bezirk Leibnitz durchgeführt. Im Verein steht frauen-spezifisches, emanzipatorisches Arbeiten für und mit Mädchen und Frauen an erster Stelle. Ziel ist die bestmögliche gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Chancengleichheit für alle. Es werden vielfältige und kulturentransversale Möglichkeiten und Perspektiven für eine selbstbestimmte Umsetzung individueller Lebenspläne geboten.
Bereits seit 2007 ist der verein-freiraum Träger der Frauenberatungsstelle Leibnitz. Seit 2013 ist er auch anerkannte Frauenservicestelle des Bundes. Er bietet vertraulich, niederschwellig, anonym und kostenlos frauenspezifischen Services, individuelle Beratung und Gruppenveranstaltungen an.

Beim Projekt „Talente und Fertigkeiten fördern“ geht es darum, Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund und Asylwerberinnen beim Einstieg ins Berufsleben in Österreich behilflich zu sein. Hierfür werden ihre Berufserfahrungen und –wünsche erfasst. In Einzelgesprächen und Gruppenarbeiten finden das Erfassen von Ausbildungsabschlüssen sowie das Erkunden von Talenten und Fertigkeiten statt. Darauf basierend wird den Bewerberinnen beim Erstellen eines Lebenslaufes geholfen. Falls die Verbesserung der Deutschkenntnisse oder ein Schulabschluss notwendig ist, wird dies in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen organisiert. Es werden Betriebe und Ausbildungsstätten in zumutbarer und möglicher Entfernung vermittelt und geeignete Personen gefunden, die die Projektteilnehmerinnen ausbilden, begleiten und fördern. Möchte sich jemand selbstständig machen, wird auch das unterstützt. So werden einfache Unterweisungen in grundsätzlichen Managementaufgaben eines selbstständigen Unternehmens in Österreich angeboten und bei Bedarf Unterstützung von kleinen selbstständigen Unternehmungen durch Geräte und andere Produktionsmittel gegeben.

Projektpartner:

verein-freiraum

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2017
Fördersumme: 8.000,- Euro

Bilder Copyright: verein-freiraum

Dieser Beitrag wurde am 31. August 2017 in 2017, Österreich veröffentlicht.

Pakistan – Einkommen schaffen und Bewusstseinsbildung in ländlichen Gebieten von Narowal

Frauen, die in der Region Narowal am Land leben, stehen vor besonderen Problemen, da die Regierung aufgrund der Nähe zu Indien und dem Kaschmir-Konflikt, kein Interesse daran hat, das Gebiet zu entwickeln. Frauen sind die am meisten betroffene Gruppe, denn sie erhalten keine Bildung, keine Trainings und der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist schwierig.

Generell stehen Frauen in Pakistan ab ihrer Geburt vor zahlreichen sozialen Problemen. So wird Schulbildung für Mädchen oft als vergeudete Ressource gesehen. Vor allem, wenn die Familie arm ist, werden die geringen finanziellen Mittel dazu genutzt, die Ausbildung der männlichen Nachkommen zu finanzieren. Es wird auch nicht von einer Frau erwartet, dass sie sich eine Arbeit sucht, sondern dass sie zu Hause in den vier Wänden bleibt.

Das Hauptziel des Projekts ist Frauen Hilfe und Assistenz zur Verfügung zu stellen, um sie als Mitglieder der Gemeinde zu stärken und sie beim Kampf für ihr Recht auf Bildung, Gesundheitsversorgung und Zugang zu jeder Art von Training zu unterstützen. Vor allem Trainings sollen ihnen Möglichkeiten für Einkommen eröffnen. Dadurch könnten sie zum Familieneinkommen beitragen, unabhängiger agieren und mehr Respekt innerhalb der Gesellschaft erhalten. Dabei werden vor allem jene Frauen unterstützt, die am stärksten unterdrückten werden, wie Witwen, geschiedene Frauen, Heimarbeiterinnen und Waisenmädchen.

Folgende Projektaktivitäten werden umgesetzt:
• Berufliche Fortbildung bzw. Bildungsprogramme (Nähen mit und ohne Nähmaschine mit verschiedenen Materialien, Sticken, Ziegen- Hühnerzucht, die Führung von Lebensmittelgeschäften, Verkauf von Gemüse und Kleidung, Alphabetisierungsprogramme, Managementkurse für Kleinunternehmen, Gesundheitsaufklärung usw.)
• Fußballnähkurse für 50 Frauen, damit können diese durch den Verkauf Geld einnehmen
• Bereitstellung von Mikrokrediten

Partnerorganisation ist die Public Welfare Foundation. Sie wurde 2004 gegründet und ist in Narowal ansässig. Von den 272 dort registrierten Nichtregierungsorganisationen ist PWF die einzige Frauenorganisation. Ihre Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensumstände von Frauen sind breit gefächert und reichen von Mikrokrediten, über Bildung für benachteiligte Kinder, Trainings zu einkommensschaffenden Maßnahmen für Frauen hin zur Rechtsaufklärung für Frauen in Bezug auf das passive Wahlrecht auf lokaler Ebene.

Projektpartner:

Public Welfare Foundation

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2017 – 2018
Fördersumme: 20.000,- Euro

Bilder Copyright: Public Welfare Foundation

Dieser Beitrag wurde am 31. August 2017 in 2017, 2018, Pakistan veröffentlicht.

Philippinen – Bildungsprogramm für Kinder indigener Gemeinschaften

Agusan del Sur liegt im Nordosten der Insel Mindanao und gehört zu den ärmeren Provinzen der Philippinen. Es ist eine der wenigen Provinzen mit noch immer mehrheitlich indigener Bevölkerung. Landkonflikte um Bergbau, Holzwirtschaft oder Plantagenwirtschaft prägen den Alltag der Menschen ebenso wie militärische Auseinandersetzungen zwischen der NPA (New Peoples Army) und dem Militär. Der Verlust des Waldes durch wirtschaftliche Interessen, sowie die Teilung von Gemeinden infolge der politischen Konflikte tragen stark zum Verlust der kulturellen Traditionen der verschiedenen indigenen Völker, die mit dem Sammelbegriff Lumad bezeichnet werden, bei.

Während die meisten Lumad den Lebensstil der philippinischen Mainstream-Kultur übernommen haben, werden andere in abgelegene, marginalisierte Gegenden abgedrängt. Zugang zu grundlegenden sozialen Dienstleistungen, wie eine medizinische Versorgung oder Schulbildung existieren in diesen Gegenden kaum und wenn, dann sind sie aufgrund der widrigen Umstände qualitativ schlecht. Regierungsschulen konzentrieren sich auf die Zentren der Barangays (kleinste Verwaltungsstruktur auf den Philippinen) und Städte, mit der Folge, dass abgelegene indigene Gebiete für den regelmäßigen Schulbesuch meist zu weit entfernt sind. Die einzige Transportmöglichkeit sind Motortaxis oder Motorboote, deren Gebühren für die Familien auf Dauer unerschwinglich sind. Viele Eltern entscheiden daher, ihre Kinder nicht in die Schule zu schicken, stattdessen müssen sie auf der Farm der Eltern mithelfen. Weitere große Probleme sind Kindesmissbrauch und Menschenhandel.

Das Oberziel, des über die Dreikönigsaktion geförderten Projekts ist die Verbesserung der Lebensqualität von Kindern in 10 indigenen Gemeinschaften in Agusan del Sur. Kinder sollen vor Missbrauch geschützt und ihr Recht auf Entwicklung auf Basis ihrer kulturellen Identität gefördert werden.

Partnerorganisation ist Panaghiusa alang Sa Kaugalingnan Ug Kalingkawasan (PASAKK), eine lokal gewachsene und indigen geführte und lokal verwurzelte Organisation mit äußerst engagierten und kompetenten MitarbeiterInnen.

In den PASAKK-Schulen wird nach dem Prinzip der „interkulturellen Bildung“ unterrichtet. Neben Schreiben, Lesen, Rechnen und Englisch gehören hier auch traditionelles Wissen, handwerkliche Fertigkeiten und das Anlegen von Schulgärten zum Unterrichtsprogramm. Die Schulen werden vom Department of Education anerkannt. Das Bildungsprogramm ist mit den anderen Programmbereichen der Organisation verbunden. Besonderes Augenmerk richtet PASAKK dabei auf die Situation von Frauen und Kindern. Auch auf die Einbindung und anwaltschaftliche Arbeit gegenüber der Lokalregierung wird viel Wert gelegt.

Projektpartner:

Dreikönigsaktion

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2017
Fördersumme: 1.000,- Euro

Bilder Copyright: Dreikönigsaktion

Dieser Beitrag wurde am 31. August 2017 in 2017, Philippinen veröffentlicht.

Kosovo, Rahovec – Sustained Effect

Die soziale Lage der Menschen mit Behinderung im Kosovo ist katastrophal: Es gibt wenig bis keine Unterstützung seitens der Behörden, aufgrund der mehr als angespannten Budgetsituation gibt es für diese Anliegen keine Fördertöpfe. Die Hauptarbeit wird von internationalen NGOs geleistet. Zusätzlich kommt es aufgrund von Bildungsdefiziten zu sozialer Stigmatisierung: Ein Kind mit Behinderung wird oftmals als Bestrafung von Gott gesehen und die Familie gemieden.

Das Projekt SUSTAINED EFFECT soll in der Region Rahovec, im Südwesten des Kosovos, die Situation der Kinder mit Behinderung und der sie betreuenden Mütter Schritt für Schritt verbessern. Es hat das Ziel, vor allem die Frauen in den Großfamilien, die die Hauptlast der Betreuung und Versorgung der Kinder mit Behinderung tragen, zu stützen und zu fördern.

Die Partnerorganisation ist der Verein HelpKosovo, der seit 2007 im Kosovo tätig ist. Dieser setzt auf einen viergliedrigen Ansatz:

• Basismedizinische Versorgung der Familien mit Kindern mit Behinderung, vorrangig die Kinder, Mütter und weitere Frauen im Familienverbund

• Ausbildung der Mütter/betreuende Frauen in Seminaren betreffend allgemeine Pflege, Umgang mit Pflegemittel und Lebensmittelzubereitung

• Weiterführende medizinische Behandlung bei Fachärzten

• Eventuelle medizinische Operationen durch österreichische Ärzte im Kosovo

Projektpartner:

HelpKosovo

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2015 – 2017
Fördersumme: 29.000,- Euro

Bilder Copyright: © HelpKosovo

Ecuador – Wege in die Selbstständigkeit

Das Frauenhaus „Maria Amor“ in Cuenca bietet seit 2004 verschiedene Programme an, um Frauen einen Ausstieg aus der häuslichen Gewalt zu ermöglichen. Der Weltgebetstag der Frauen in Österreich hat das Projekt bereits in den Jahren 2011 bis 2012 gefördert und freut sich, dies in den kommenden Jahren wieder zu tun.

In Ecuador erleben 6 von 10 Frauen mindestens einmal im Leben häusliche Gewalt. Die Frauen, die im Frauenhaus „Maria Amor“ unterkommen, gehören mehrheitlich einer sozial benachteiligten Bevölkerungsschicht an. Diese Frauen können auf keinerlei Hilfsnetzwerke wie Verwandte, Nachbarn oder Freunde zurückgreifen. Auch der ecuadorianische Staat bietet begrenzt Sozialprogramme an, die nur ansatzweise Unterstützung bieten. So ist das Frauenhaus oft die einzige Möglichkeit, der Gewalt zu entkommen. Neben der vorübergehenden Unterkunft benötigen diese Frauen und Kinder ein weitgefächertes Hilfsprogramm, um eine wirkliche Chance zu haben, aus dem Kreislauf der Gewalt und Abhängigkeit auszubrechen. Denn die finanzielle Abhängigkeit von den Männern, durch die sie die Gewalt erfahren haben, und das schlechte Angebot am Arbeitsmarkt, sind für die Frauen Hauptbeweggründe, zu ihren gewalttätigen Partnern zurückzukehren.

Das Frauenhaus „Maria Amor“ hat daher das Ausbildungsprogramm „Mujeres con Exito“ aufgebaut: In drei Kleinbetrieben (Wäscherei, Catering-Service und nun neu – ein kleines Café) erhalten die Frauen eine berufliche Ausbildung und verdienen dort ihr erstes Geld. Dadurch sollen die Frauen so gestärkt werden, dass sie zukünftig finanziell auf eigenen Beinen stehen. Eine zweite Projektkomponente betrifft das Programm des Begleitenden Wohnens. In fünf kleinen Wohnungen können Frauen und deren Kinder zeitlich begrenzt unterkommen. Sie zahlen eine geringe Miete und werden von einer Sozialarbeiterin im Sparen, der Finanzplanung und Familienangelegenheiten begleitet. Beide Programmkomponenten tragen dazu bei, dass die Frauen und Kinder eine wirkliche Chance haben, dem Kreislauf der Gewalt zu entkommen.

Im Frauenhaus „Maria Amor“ werden jedes Jahr ca. 100 Frauen und deren ca. 200 Kinder aufgenommen und betreut. Am Ausbildungsprogramm „Mujeres con Exito“ nehmen jährlich ca. 50 Frauen teil, in das Wohnprogramm werden jedes Jahr 10 Frauen mit ihren Kindern aufgenommen.

Projektpartner:

Caritas der Diözese Feldkirch

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2015 – 2017
Fördersummer: 35.000,- Euro

Bilder Copyright: Marion Burger, Caritas der Diözese Feldkirch

Uganda – HIV/AIDS Prävention durch das „Treue Haus“

Derzeit sind rund 7 Prozent der Bevölkerung in Uganda mit HIV infiziert. Die Hälfte davon sind Frauen. Ein hoher Prozentsatz davon wurde innerhalb der Ehe infiziert. Gründe dafür sind die längere Abwesenheit einer der Lebenspartner durch die Arbeit oder unglückliches Zusammenleben. Ziel des Projekts ist es, auf das Fundament einer dauerhaften partnerschaftlichen Beziehung aufmerksam zu machen und dadurch die Familie zu stärken.

Besonders Frauen sind von einer Infektion betroffen, da sie allgemein einen schlechteren sozialen Status haben als Männer, oft finanziell von ihrem Mann abhängig und von häuslicher Gewalt betroffen sind. Die Krankheit verschlechtert die Situation.

Partnerorganisation bei diesem Projekt ist die Kiyinda Mityana Diözese. Sie wurde 1981 gegründet und umfasst 27 Pfarreien, die in 6 Dekanate geteilt sind. Mittels Seminaren und Trainings sollen Pärchen und jungen Erwa-chsenen, die sich auf die Hochzeit vorbereiten, in den Gemeinden Buyinjabutoole und Banda (bei der Hauptstadt Kampala), die Bedeutung der Familie und die Verantwortung für andere vermittelt werden.

Insgesamt sollen 120 Pärchen und 80 junge Erwachsene erreicht werden. Mit Seminaren, Gruppenformatierungen, Trainings durch Personen aus der Gemeinde, HIV Beratung und Testung sowie Aktivitäten zur Gewinnung von Einkommen soll die Situation für Männer und Frauen verbessert werden. Themen die behandelt werden sind Alkoholismus und Gewalt, HIV/AIDS Prävention sowie nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken. Auf der gemeindebasierten Ebene, sollen 12 Personen trainiert werden, die ihr Wissen in ihrer Gemeinde weitergeben und eine Vorbildfunktion einnehmen. Speziell im Bereich Landwirtschaft werden 150 Familien mit 50 Bananenpflückern versorgt. Weitere 50 Familien erhalten Schweine oder Ziegen, deren Junge wiederum anderen Familien zugutekommen.

Projektpartner:

Kiyinda Mityana Diözese

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2016 – 2017
Fördersumme: 20.000,- Euro

Bilder Copyright: Kiyinda Mityana Diözese
Dieser Beitrag wurde am 28. August 2017 in 2016, 2017, Uganda veröffentlicht.

Kuba – Eigenes Einkommen und Beteiligung am sozialen Leben für die Generation 55+

Nicht selten stehen ältere Menschen in Kuba nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben wirtschaftlich und sozial vor dem Nichts: die staatliche Mindestrente reicht nicht zum Überleben und familiäre Versorgungsnetze brechen weg. In dem Projekt, das in Kooperation mit dem WGT Deutschland und der Schweiz für 3 Jahre gefördert wird, geht es darum, würdiges Leben im Alter durch wirtschaftliche Eigenständigkeit zu fördern und das Negativbild der „unproduktiven Alten“ zu verändern.

Eine große Herausforderung bestehe darin, so die Partnerorganisation Caritas Cuba (CC), das Negativbild von den „unproduktiven Alten“ zu verändern. CC bekämpft die wirtschaftliche Not der Generation 55+ mit Einkommen schaffenden Maßnahmen, versucht die Gefahr der Ausgrenzung durch die Stärkung sozialer Netze zu verringern und hinterfragt gängige Rollenbilder von Frauen und Alten durch Bildungsarbeit. Im aktuellen Projekt wird der landesweite Aufbau von 150 sogenannten „produktiven Gruppen“ gefördert. Dabei handelt es sich meist um Änderungsschneidereien, Kunsthandwerk und Gemüsezucht. Dadurch erhalten ca. 700 ältere Menschen (davon 2/3 Frauen) die Möglichkeit, sich ein Existenzminimum zu erwirtschaften bzw. einen Beitrag zum Familieneinkommen zu leisten.

Caritas Cubana wurde 1991 von der kubanischen Bischofskonferenz gegründet und ist bislang die einzige „echte“ Nichtregierungsorganisation in Kuba, da sie nicht von der Regierung/Partei kontrolliert wird. Ihr Auftrag lautet, „in Anerkennung der Würde jeder einzelnen Person das Risiko der Ausgrenzung minimieren“. Konkret bedeutet dies die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Familien, Alten, Behinderten und HIV/Aidskranken sowie die Unterstützung von Opfern von Naturkatastrophen. Frauenförderung ist weniger Programm denn implizite Konsequenz der Realität: Frauen sind in den Zielgruppen und beim Personal bzw. den Freiwilligen in der Überzahl.

Projektpartner:

Caritas Cubana (CC)

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2016 – 2017
Fördersumme: 21.000,- Euro (DACH-Kooperation insgesamt 58.298,- Euro)

Dieser Beitrag wurde am 23. Juni 2017 in 2016, 2017, Kuba veröffentlicht.

Kambodscha – Wiedereingliederung von gefährdeten Kindern und Jugendlichen in ihren Familien und Gemeinden

Kambodscha ist mit seinen 15 Millionen EinwohnerInnen eines der ärmsten Länder der Welt. Trotz der hohen Wachstumsrate von 7 Prozent jährlich, ist das sozio-ökonomische Ungleichgewicht zwischen Stadt und Land in den letzten Jahren gestiegen. Vor allem die am meisten marginalisierten Bevölkerungsgruppen sind davon betroffen, ihre Situation hat sich verschlechtert. So arbeiten über 60 Prozent der Erwachsenen unter riskanten Arbeits-bedingungen. Diese schlechte Gesamtsituation führt dazu, dass manche Familien nicht angemessen für ihre Kinder sorgen können. Vor allem alleinerziehende Mütter sind davon betroffen, da sie kaum auf Unterstützung von außen hoffen können. Oftmals sind Kinder daher schon in frühen Jahren dazu gezwungen zu arbeiten. 18 Prozent sind von Kinderarbeit betroffen. Tatsächlich ist Kambodscha mit rund 35 Prozent das Land mit den meisten Schulabbrüchen Südostasiens.

Kinder und Jugendliche, die auf der Straße leben, sind durch die schlechten hygienischen Bedingungen durch Unterernährung und Krankheiten wie HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria gefährdet. Durch die hohe Arbeitslosenrate von fast 80 Prozent der 15 und 25-Jährigen, droht zudem, dass sie Mitglieder von Gangs oder anderen bewaffneten Gruppen werden und Probleme mit den Autoritäten oder dem Gesetz bekommen. Außerdem nimmt fast die Hälfte der Straßenkinder Drogen.

Progetto Continenti ist eine italienische NGO die seit 1989 im Rahmen von internationalen Kooperationen über 150 Projekte in 15 verschiedenen Ländern durchgeführt hat. Eines dieser Projekte ist das Kinderzentrum Sangkheum Center in Kambodscha. Im Jahr 2001 wurde das Zentrum, das in Khmer „Zentrum der Hoffnung“ heißt, mit Unterstützung durch das italienische Außenministerium und in Zusammenarbeit mit der lokalen NGO Kado realisiert. Es befindet sich nicht weit entfernt von der Stadt Siem Reap, in einer der ärmsten Gegenden des Landes.

Ziel des Projektes ist die Wiedereingliederung der im Center untergebrachten Kinder und Jugendlichen bei ihren Familien und Ursprungsgemeinden. Es handelt sich konkret um 30 Betroffene im Alter von 8 bis 20 Jahren die betreut werden (Unterkunft, Nahrung, Bildung, Gesundheitsversorgung und Freizeitaktivitäten) bis die Konditionen vorhanden sind, um eine sichere Reintegration in ihren Familien oder Gemeinden nach dem Standard des Kinderschutzes garantieren zu können.

Dabei wird mit dem Partner Community Care First Organization (CCFO) zusammengearbeitet, der die Familien ausfindig macht, deren sozio-ökonomische Situation untersucht bzw. beobachtet und eine mögliche Zusammenführung durchführt.

Projektpartner:

Progetto Continenti

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2017
Fördersumme: 8.000,- Euro

Bilder Copyright: Progetto Continenti

Dieser Beitrag wurde am 23. Juni 2017 in 2017, Kambodscha veröffentlicht.