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Sierra Leone / Subsahara – Desert Flower Gives You Power

Mit rund 40 Prozent hat die Region der Sub-Sahara die höchste Analphabetenrate weltweit. Der Grund hierfür liegt vor allem an der schlechten Versorgung mit Schulmaterialien. Afrikanische Staaten investieren lediglich 1% des Budgets in Bildung. So steht in vielen afrikanischen Ländern nur ein Buch für rund 20 SchülerInnen zur Verfügung. Viele Kinder, die 4 Jahre die Schule besucht haben, können danach immer noch nicht lesen und schreiben.

“Desert Flower Gives You Power” ist das neue Bildungsprojekt der Desert Flower Foundation. Im Zuge des Projekts produziert die Gründerin der Foundation, Waris Dirie, ein erstes eigenes Lesebuch für Kinder in Afrika.

Die Desert Flower Foundation bekämpft seit ihrer Gründung im Jahr 2002 das grausame Ritual der weiblichen Genitalverstümmelung. In den letzten 14 Jahren wurden zahlreiche Projekte in diesem Bereich durchgeführt. Der niedrige Bildungsstatus steht in direkter Verbindung mit der hohen Zahl der jährlichen Opfer. Frauen, welche die Schule besuchen konnten, sprechen sich mehr gegen Genitalverstümmelung aus, als jene die keine Ausbildung erhalten haben. Bildung ist somit ein essentieller Faktor in der Bekämpfung dieses „grausamen“ Rituals.

Die Kinder erhalten ihr erstes eigenes Lesebuch mit einem Schreibset und einer Schultasche. Neben Leseübungen in Form einer Geschichte enthält das Buch Schreibübungen, welche mit Hilfe eines PädagogInnenteams mit Afrikaerfahrung entwickelt wurden. Dadurch erhält  jedes Kind die Möglichkeit gezielt Schreiben und Lesen zu lernen.
Des Weiteren soll durch den Inhalt des Buches – die Reise der kleinen Wüstenblume Waris und ihrem kleinen Bruder durch Afrika – das Selbstbewusstsein der Kinder und der Glaube an ihren Kontinent gestärkt werden.

Das Projekt startet zunächst in Sierra Leone und wird im weiteren Verlauf in anderen afrikanischen Ländern mit hoher Analphabetenrate durchgeführt werden.

Projektpartner:

Desert Flower Foundation

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2017 – 2019
Fördersumme: 30.000,- Euro

Bilder Copyright: Desert Flower Foundation

Irak – Training und Beschäftigung für Frauen

Der gegenwärtige Krieg hatte und hat einen enormen Einfluss auf das Leben in der kurdischen Stadt Dohuk. Die Gesamtbevölkerung hat sich mit dem Zustrom von Binnenflüchtlingen und Flüchtlingen aus anderen Ländern nahezu verdoppelt. Die neu angekommene Bevölkerung besteht zum großen Teil aus JezidInnen, einer kurdischen religiösen Minderheit, welche von Anhängern des sogenannten „Islamischen Staats“ (IS) als TeufelsanbeterInnen bezeichnet und deswegen von ihnen gejagt wurde. Sie sind teils hochtraumatisiert und weisen mehr chronische Gesundheitsprobleme auf als andere Flüchtlinge.

Frauen aus dieser Minderheit wurden stärker in ihrer sozialen und körperlichen Mobilität begrenzt, als in anderen kurdischen Gruppen. Nun leben viele Frauen ohne Mann in einem Lager, da dieser entweder tot oder verschollen ist. Oft erhalten sie keine oder nur eine geringe Familienbeihilfe. Deswegen benötigen diese Frauen dringend irgendeine Form von bezahlter Beschäftigung, um sich und ihre Kinder ausreichend versorgen zu können. Darüber hinaus brauchen sie eine Position, die in ihrer Gemeinde respektiert wird, um eine Stigmatisierung als weibliche Überlebende zu vermeiden.

In Dohuk haben Aktivistinnen verschiedenster Ethnien und Religionszugehörigkeiten den Verein „Women for Better Healthy Life“ gegründet. Mit Unterstützung durch die internationale Organisation medica mondiale planen sie ein Frauengesundheitszentrum in Dohuk. Es soll Ratsuchenden eine kompetente Anlaufstelle bieten und einen sicheren Ort, um sich auszutauschen.

Dank der Förderung durch den Weltgebetstag der Frauen Österreich sollen zunächst sechs jezidische Frauen zu Sozialarbeiterinnen ausgebildet werden. Dadurch verbessert sich nicht nur ihre wirtschaftliche Situation, sondern sie erhalten auch mehr Respekt und Anerkennung innerhalb der Gemeinschaft. Sie informieren Frauen und Mädchen im Lager über Grundregeln der Hygiene und Gesundheitsvorsorge, sowie über Angebote im Bereich von Gender basierter und sexualisierter Gewalt. Ist das Projekt erfolgreich, soll es auch in anderen Lagern übernommen werden.

Projektpartner:

Women For Better Healthy Life (WFBHL)

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2017 – 2018
Fördersumme: 13.000,- Euro

Bilder Copyright: Women For Better Healthy Life (WFBHL)
Dieser Beitrag wurde am 31. August 2017 in 2017, 2018, Irak veröffentlicht.

Pakistan – Einkommen schaffen und Bewusstseinsbildung in ländlichen Gebieten von Narowal

Frauen, die in der Region Narowal am Land leben, stehen vor besonderen Problemen, da die Regierung aufgrund der Nähe zu Indien und dem Kaschmir-Konflikt, kein Interesse daran hat, das Gebiet zu entwickeln. Frauen sind die am meisten betroffene Gruppe, denn sie erhalten keine Bildung, keine Trainings und der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist schwierig.

Generell stehen Frauen in Pakistan ab ihrer Geburt vor zahlreichen sozialen Problemen. So wird Schulbildung für Mädchen oft als vergeudete Ressource gesehen. Vor allem, wenn die Familie arm ist, werden die geringen finanziellen Mittel dazu genutzt, die Ausbildung der männlichen Nachkommen zu finanzieren. Es wird auch nicht von einer Frau erwartet, dass sie sich eine Arbeit sucht, sondern dass sie zu Hause in den vier Wänden bleibt.

Das Hauptziel des Projekts ist Frauen Hilfe und Assistenz zur Verfügung zu stellen, um sie als Mitglieder der Gemeinde zu stärken und sie beim Kampf für ihr Recht auf Bildung, Gesundheitsversorgung und Zugang zu jeder Art von Training zu unterstützen. Vor allem Trainings sollen ihnen Möglichkeiten für Einkommen eröffnen. Dadurch könnten sie zum Familieneinkommen beitragen, unabhängiger agieren und mehr Respekt innerhalb der Gesellschaft erhalten. Dabei werden vor allem jene Frauen unterstützt, die am stärksten unterdrückten werden, wie Witwen, geschiedene Frauen, Heimarbeiterinnen und Waisenmädchen.

Folgende Projektaktivitäten werden umgesetzt:
• Berufliche Fortbildung bzw. Bildungsprogramme (Nähen mit und ohne Nähmaschine mit verschiedenen Materialien, Sticken, Ziegen- Hühnerzucht, die Führung von Lebensmittelgeschäften, Verkauf von Gemüse und Kleidung, Alphabetisierungsprogramme, Managementkurse für Kleinunternehmen, Gesundheitsaufklärung usw.)
• Fußballnähkurse für 50 Frauen, damit können diese durch den Verkauf Geld einnehmen
• Bereitstellung von Mikrokrediten

Partnerorganisation ist die Public Welfare Foundation. Sie wurde 2004 gegründet und ist in Narowal ansässig. Von den 272 dort registrierten Nichtregierungsorganisationen ist PWF die einzige Frauenorganisation. Ihre Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensumstände von Frauen sind breit gefächert und reichen von Mikrokrediten, über Bildung für benachteiligte Kinder, Trainings zu einkommensschaffenden Maßnahmen für Frauen hin zur Rechtsaufklärung für Frauen in Bezug auf das passive Wahlrecht auf lokaler Ebene.

Projektpartner:

Public Welfare Foundation

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2017 – 2018
Fördersumme: 20.000,- Euro

Bilder Copyright: Public Welfare Foundation

Dieser Beitrag wurde am 31. August 2017 in 2017, 2018, Pakistan veröffentlicht.

Ecuador – Familien-Gewächshäuser für die Gemüseproduktion

Die Gemeinde Pepino Loma der Pfarre San Cristóbal (Salesianergemeinschaft), im Kanton Paute in Ecuador, liegt auf über 2000 Meter. Es leben dort um die 890 Personen, die zu den indigenen des Landes zählen. Die Gemeinde wird mit Strom versorgt und hat eine Krankenstation (puesto de salud), hat aber ein nicht sehr effizientes Trinkwassersystem. Der Anbau von Gemüse ist in dieser Höhe sehr schwierig und die Ernährung deshalb sehr einseitig. Die Leute bauen fast nur Mais an. Rund 90 Prozent des Anbaus wird für die eigene Ernährung verwendet.

Die einseitige Ernährung und das geringe Familieneinkommen haben dazu geführt, dass sich die Frauen aus dem Dorf zu einer Gruppe zusammengeschlossen und eine Nicht-Regierungsorganisation gegründet haben. Sie möchten die Situation ändern und haben nun ein Projekt ausgearbeitet, das ihnen ermöglichen soll, vor allem viele verschiedene Gemüsesorten anzubauen. Diese sollen einerseits die Ernährung, vor allem der Kinder, vielseitiger machen und andererseits durch den Verkauf des Gemüses auf dem lokalen Markt den Familien bessere Lebensbedingungen verschaffen.

Mit der Projektförderung durch den Weltgebetstag der Frauen Österreich sollen Gewächshäuser gebaut werden, sodass der Beginn des Projektes gewährleistet ist. Die Frauen werden über Anbau und Nährwert der Gemüsesorten unterrichtet. Angebaut bzw. gesät werden dann folgende Gemüsearten: Tomaten, verschiedene Salatarten, Peperoni (Paprika), Auberginen, Bohnen, Brokkoli, verschiedene Kohl- und Rübenarten. Die Ernte wird unter den Frauen verteilt; sie gebrauchen es ihn der Küche und was übrig beliebt verkaufen sie auf dem lokalen Markt.

Projektpartner:

Laiengruppe der Pfarre San Cristóbal (Salesianergemeinschaft)

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2018 – 2020

Fördersumme: 30.000,- Euro

Indien, Andhra Pradesh – Erholungszentrum im Alter für Frauen

Frauen in Indien erfahren aufgrund ihres Geschlechts im Laufe ihres Lebens zahlreiche Benachteiligungen. Dazu kommt noch die geringe Alphabetisierungsrate, die geringe Beschäftigungsrate, Unterbezahlung, Mangelernährung und schlechter oder kein Zugang zu Besitzgütern. Diese Umstände machen vor allem ältere Frauen verletzlich.
Entbehrung, Entfremdung, Isolierung und Marginalisierung sind zentrale Themen von Frauen im Alter. Mehr als 73 Prozent der älteren Menschen sind ungebildet und sind abhängig von körperlicher Arbeit. Ein Drittel lebt unter der Armutsgrenze. Rund 90 Prozent der älteren Menschen sind im informalen Sektor tätig, somit haben sie kein regelmäßiges Einkommen und keine Sozialversicherung.

Zielgruppe des Projektes sind alte Frauen, die in Slums unter der Armutsgrenze leben und solche, die in Dörfern obdachlos sind; einsam, meist Witwen. Projektziel ist es, sie von ihrer Einsamkeit und emotionalem Stress zu befreien, sie mit Essen zu versorgen, einen Treffpunkt anzubieten, wo sie sich unterhalten können und Anteilnahme erhalten. Angeboten werden Musiktherapie, Lachclubs, Geschichten vorlesen, gemeinsames Basteln, usw. Gemeinsam produzierte Gegenstände sollen verkauft werden und zum Erhalt des Zentrums beitragen, sowie für gemeinsame Ausflüge verwendet werden. Geplant ist auch eine mobile Betreuung für jene Frauen, die es aufgrund eines körperliches Gebrechens oder des Alters nicht ins Zentrum schaffen.

Partnerorganisation ist die indische Non-Profit-Organisation SWARD (Society for Women and Rural Development). Sie ist in die lokale Evangelisch-Lutherische Kirche eingebunden. SWARD ist eine Initiative für mittellose, diskriminierte und durch das Kastenwesen unterdrückte Menschen mit Dalit-Hintergrund.

Projektpartner:

Society for Women and Rural Development (SWARD)

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2018 – 2020
Fördersumme: 14.213,- Euro

Bilder Copyright: SWARD

Österreich, Innsbruck – Schutzwohnung und Beratungsstelle für Opfer von Frauenhandel, Zwangsprostitution, Ausbeutung und Gewalt

Österreich gilt als Transit- und Zielland, in dem Frauen und Mädchen sexuell ausgebeutet werden. 90 bis 95 Prozent der Prostituierten in Österreich sind Ausländerinnen. Extreme Armut in den Heimatländern, Gewalterfahrungen in den Familien, mangelnde Schul- und Berufsbildung, hohe Arbeitslosigkeit, etc. sind Faktoren, welche junge Frauen ins „reiche“ Ausland treiben und leichte Beute für Zuhälter und Menschenhändler werden lassen. Dabei sind die Grenzen zwischen Prostitution, Zwangsprostitution und Menschenhandel oft fließend.
„SOLWODI – Solidarität mit Frauen in Not“ wurde 1985 von Schwester Dr. Lea Ackermann in Kenia gegründet und hat Schutzwohnungen in Kenia, Deutschland und Rumänien. In Österreich gründeten sechs Ordensschwestern 2012 SOLWODI Österreich.

In Österreich gibt es eine Zentrierung der Beratungsstellen und Hilfsangebote für Prostituierte und Opfer von Menschenhandel in Wien, in den westlichen Bundesländern wurde dagegen eine Unterversorgung festgestellt. Deshalb hat SOLWODI Österreich im März 2017 in Innsbruck Räumlichkeiten für eine Schutzwohnung und eine Beratungsstelle angemietet. Schwester Andrea Bezáková CJ, Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin, übernahm die Leitung des Projektes.

SOLWODI Österreich unterstützt in Innsbruck Frauen (vor allem Migrantinnen), die von Frauenhandel und Zwangsprostitution, sexueller Gewalt und Ausbeutung betroffen sind und sich aus ihrer Zwangslage befreien wollen. Frauen (auch mit Kindern), die akut bedroht oder Opfer von Gewalt und Ausbeutung sind, können Aufnahme in einer anonymen Schutzwohnung finden. Dort können sie zur Ruhe kommen und erhalten Hilfe bei der Bewältigung und Normalisierung des Lebensalltags und bei der Entwicklung von neuen realistischen Lebensperspektiven. Für Erstkontakte, Beratung und Nachbetreuung der ehemaligen Bewohnerinnen wurde eine kleine Beratungsstelle eingerichtet.

Projektpartner:

SOLWODI Österreich – Solidarität mit Frauen in Not

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2018 – 2020
Fördersumme: 30.000,- Euro

Bilder Copyright: SOLWODI Österreich (Foto oben); Reinhold Sigl (Foto mitte)

Nicaragua – Frauenrechte und bürgerschafltiches Engagement. Neue Leitbilder für junge Mädchen

Nicaragua hat eine der höchsten Geburtenraten der Welt und die höchste Rate an Teenagerschwangerschaften in ganz Lateinamerika. So wurden zum Beispiel allein von Januar bis Mai 2015 im Projektort Condega 60 Kinder geboren, deren Mütter zwischen 10 und 18 Jahre alt waren. 40 Prozent der sexuell aktiven Teenager haben noch nie Verhütungsmittel verwendet. 42 Prozent der Mütter, die bei der Geburt starben, waren unter 24 Jahre alt. Sexualaufklärung findet weder in der Schule noch in der Familie statt. Sexuelle Gewalt gegen Frauen und Kinder sowie Femizide nehmen kontinuierlich zu.

Die Partnerorganisation Asociación Colectiva de Mujeres Constructoras de Condega (AMCC) ist eine landesweit anerkannte Frauenrechtsorganisation mit den Arbeitsschwerpunkten nichttraditionelle Berufsbildung für Frauen, bürgerschaftliches Engagement und Jugendbildung mit Fokus Frauenrechte. AMCC arbeitet im extrem armen Norden des Landes mit jungen Frauen und Mädchen aus Bauernfamilien. Mit ihrem speziell auf diese Zielgruppe zugeschnittenen Bildungskonzept zu sexuellen und reproduktiven Rechten hat AMCC Pionierarbeit geleistet. AMCC unterhält u. a. Eine Berufsfachschule für Frauen (Schreinerei, Klempnerei, Elektrizität, ökologischer Hausbau) und ist in 13 Landesgemeinden mit einem Bildungsprogramm für junge Mädchen aktiv. Als Teil der autonomen Frauenbewegung engagiert sich AMCC in Netzwerken gegen Gewalt an Frauen.

Im Rahmen des Projektes sollen Mädchen und junge Frauen eine Sexualaufklärung erhalten und über Frauenrechte und Gender informiert werden. AMCC begleitet Mädchengruppen und ermutigt sie zu selbstbestimmten Lebensentwürfen. Persönliche Autonomie und Verantwortung für die Gemeinschaft werden gleichermaßen thematisiert. Methodischer Ansatz sind Informationen verteilen, Bewusstseinsbildung, Bildungszyklen bzw. Austauschforen zu gender/sexuellen und reproduktiven Rechten und geschlechterspezifische Gewalt sowie Stärkung der Führungskompetenzen, Austauschtreffen, Mädchen-Freizeitcamps, Aufbau und Begleitung eines Mädchentreffs, Kampagnen zu Umweltschutz, Frauenrechten und Gendergewalt.

Projektpartner:

Asociación Colectiva de Mujeres Constructoras de Condega (AMCC)

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2018
Fördersumme: 15.000,- Euro

Bilder Copyright: Asociación Colectiva de Mujeres Constructoras de Condega (AMCC)

Dieser Beitrag wurde am 24. August 2017 in 2018, Nicaragua veröffentlicht.

Österreich, Linz – Gut begleitet von Anfang an. Soforthilfefond für Mütter und Babys

Kinderweltgebetstag 2018

Die Geburt eines Kindes ist für frischgebackenen Eltern nicht nur ein berührendes Erlebnis, sondern kann in manchen Fällen zur Belastung werden. Das kann sich wiederum negativ auf die Psyche der Allerkleinsten auswirken. Um mögliche psychische Erkrankungen der Kinder frühzeitig abzufedern, zu vermindern und die Mutter-Kind-Bindung zu stärken, bietet das Diakonie Zentrum Spattstraße für Hochrisikofamilien Unterstützungsleistungen im Rahmen von Frühe-Hilfen-Netzwerken an. Diese Frühe-Hilfen-Netzwerke koordinieren die zahlreichen, bereits bestehenden Angebote für Familien und begleiten und unterstützen die Familie gegebenenfalls selbst.

Mütter bzw. Elternpaare werden dabei unterstützt, die Bedürfnisse und Signale ihrer Kinder von den ersten Lebensmonaten bis zum 3. Lebensjahr zu erkennen und zu verstehen. Das Programm baut auf wissenschaftlichen Erkenntnissen der Bindungstheorien auf. Durch Einzelbetreuung, begleitete Gruppenerfahrung und Austausch der Betroffenen soll die Begegnung zwischen Kind und Eltern so gestaltet werden, dass sich das Kind trotz aller Hindernisse körperlich, seelisch und mental gesund entwickelt und die Eltern die Erkenntnis einer gelungenen Elternschaft gewinnen.

Bei der Arbeit in Gruppen und Einzelkontakten treffen die MitarbeiterInnen sehr häufig auf Familien, denen die nötigsten Mittel zur Ernährung und Pflege der Säuglinge fehlen. Hier bedarf es einer Soforthilfe um die Grundversorgung der Säuglinge sicherzustellen und konkret hierfür soll die Fördersumme verwendet werden. In weiterer Folge wird in Kooperation mit den Frühen Hilfen oder der Frühförderung ein Plan zur Unterstützung der Familie bei Behördengänge usw. erstellt, um die prekäre Situation langfristig abzufedern.

Projektpartner:

Diakonie Zentrum Spattstraße

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2018
Fördersumme: 1.000,- Euro

Bilder Copyright: Diakonie Österreich

Dieser Beitrag wurde am 24. August 2017 in 2018, Österreich veröffentlicht.

Surinam – Anlaufstellen für Mädchen und junge Frauen in Schwierigkeiten

Die Abteilung für Frauenarbeit der Herrnhuter Gemeinde in Surinam (EBGS-VC) existiert seit 2011. Ihr Ziel ist es, die Lebensbedingungen der in Armut lebenden Frauen und Mädchen zum Positiven zu verändern und die Position der Frauen in den örtlichen Gemeinden zu stärken. Zentrale Themen ihrer Gemeindearbeit sind Bildung, Frauengesundheit, Gewalt gegen Frauen sowie die Förderung von Einkommensmöglichkeiten. Das Team besteht aus 5 Mitarbeiterinnen (Freiwillige bzw. Rentnerinnen), ansonsten finanziert sich die Arbeit über lokale Sponsoren und kirchliche Spenden.

Hintergrund des Projektes, das gemeinsam mit dem Weltgebetstag Deutschland und Schweiz unterstützt wird, sind die sozialen Herausforderungen speziell für junge Menschen in Surinam. Die dortige Gesellschaft gilt gemeinhin als erfolgreiches Modell für ein harmonisches multiethnisches, multikulturelles und multireligiöses Zusammenleben. Mit dem Schwinden stabiler Nachbarschaften, aufgrund von Abwanderung, wird es jedoch zunehmend schwieriger, den sozialen Frieden zwischen den Generationen sowie unterschiedlichen sozialen Schichten aufrecht zu erhalten.
Eine konkrete Herausforderung ist der verantwortungslose Umgang der Jugendlichen mit Sexualität. Die negativen Konsequenzen tragen insbesondere Mädchen und junge Frauen. Sie kommen oft in einen Teufelskreis von Abhängigkeiten: ungeschützter Geschlechtsverkehr, oft unter Zwang; Teenager-Schwangerschaften und infolge Schulabbruch; jugendliche Mütter, die mangels Alternativen mit Prostitution und Drogenhandel sich und ihre (meist vaterlosen) Kinder über Wasser zu halten versuchen.

Um auf diese Risiken hinzuweisen und die Mädchen und jungen Frauen vor Missbrauch und (sexueller) Ausbeutung besser zu schützen, soll im Rahmen dieses Projektes die Jugendarbeit in den verschiedenen Herrenhuter Gemeinden verstärkt und verbessert werden. JugendleiterInnen sollen soziale Fehlentwicklungen in ihren Vierteln identifizieren und korrigieren. So soll auch in sozioökonomisch unterprivilegierten Stadtvierteln ein „sorgendes Umfeld“ entstehen, in dem sich Jugendliche besser entwickeln können. Die JugendarbeiterInnen sollen speziell für Mädchen und junge Frauen eine Anlaufstelle darstellen.

Projektpartner:

EBGS Vrouwen Central

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2018
Fördersumme 5.500,- Euro (DACH Kooperation insgesamt: 16.984,- Euro)

Bilder Copyright: Karin Schmauder

Dieser Beitrag wurde am 24. August 2017 in 2018, Surinam veröffentlicht.

Surinam – Einkommensquelle „Frauentaxi“

Die Frauenbewegung in Surinam ist nach einer Blütezeit in den 1990er Jahren stark geschwächt. Nachdem das Land Mitte der 2000er Jahre von der OECD zum middle-income-country hochgestuft wurde, zogen sich viele Geldgeber zurück, was für viele Frauenorganisationen das Aus bedeutete. Obwohl in der Vergangenheit eine Vorreiterin für Frauenrechte, ist auch die Nationale Vrouwenbeweging (NVB) derzeit primär damit beschäftigt, mittels Aufbau von Kleinunternehmen die finanzielle Abhängigkeit vom Staat zu reduzieren, um sich als Frauenbewegung ihren gesellschaftspolitischen Spielraum zurückzuerobern. Zu diesen wirtschaftlichen Initiativen gehören ein Copy-Shop, der Aufbau einer Internet-Plattform für Kleinunternehmerinnen sowie der Aufbau eines Frauentaxi-Unternehmens.

Im Rahmen eines DACH-Projektes (Ko-Finanzierung von Weltgebetstag der Frauen in Deutschland und der Schweiz) wird der Fuhrpark des Taxi-Unternehmens erweitert und dadurch die NVB in ihrer wirtschaftlichen Eigenständigkeit gestärkt. Bis zu fünf Frauen erwirtschaften dadurch ein den Lebensunterhalt deckendes Einkommen.
Die NVB-eigenen Taxis fahren als Teil des Pools der Taxizentrale Paramaribo, sie können aber auch davon unabhängig eingesetzt werden. Die Chauffeurinnen können die Taxis im Leasing-Verfahren von NVB erwerben. Mit diesen Einnahmen werden die laufenden Kosten der Organisation gedeckt sowie ein Sparfonds zum Erwerb weiterer Fahrzeuge aufgebaut. Insbesondere weibliche Fahrgäste fühlen sich dank ebenfalls weiblicher Taxifahrerinnen sicherer.

Die Nationale Vrouwenbeweging mit Sitz in der Hauptstadt Paramaribo entstand 1982 aus einem Zusammenschluss von Frauenrechtlerinnen. Sie bringt verschiedene Akteurinnen zusammen, um die sozioökonomische Gleichstellung von Frauen voranzubringen. Ihre Lobbyarbeit und anwaltschaftlicher Einsatz war maßgeblich für das Zustandekommen einer an Frauen- und Kinderrechten ausgerichteten Rahmengesetzgebung in Surinam.

Projektpartner:

Nationale Vrouwenbeweging (NVB) / Nationale Frauenbewegung

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2018
Fördersumme: 7.000,- Euro (DACH-Kooperation insgesamt: 20.000,- Euro)

Bilder Copyright: Nationale Vrouwenbeweging (NVB)

Dieser Beitrag wurde am 24. August 2017 in 2018, Surinam veröffentlicht.