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Ecuador – Wege in die Selbstständigkeit

Das Frauenhaus „Maria Amor“ in Cuenca bietet seit 2004 verschiedene Programme an, um Frauen einen Ausstieg aus der häuslichen Gewalt zu ermöglichen. Der Weltgebetstag der Frauen in Österreich hat das Projekt bereits in den Jahren 2011 bis 2012 gefördert und freut sich, dies in den kommenden Jahren wieder zu tun.

In Ecuador erleben 6 von 10 Frauen mindestens einmal im Leben häusliche Gewalt. Die Frauen, die im Frauenhaus „Maria Amor“ unterkommen, gehören mehrheitlich einer sozial benachteiligten Bevölkerungsschicht an. Diese Frauen können auf keinerlei Hilfsnetzwerke wie Verwandte, Nachbarn oder Freunde zurückgreifen. Auch der ecuadorianische Staat bietet begrenzt Sozialprogramme an, die nur ansatzweise Unterstützung bieten. So ist das Frauenhaus oft die einzige Möglichkeit, der Gewalt zu entkommen. Neben der vorübergehenden Unterkunft benötigen diese Frauen und Kinder ein weitgefächertes Hilfsprogramm, um eine wirkliche Chance zu haben, aus dem Kreislauf der Gewalt und Abhängigkeit auszubrechen. Denn die finanzielle Abhängigkeit von den Männern, durch die sie die Gewalt erfahren haben, und das schlechte Angebot am Arbeitsmarkt, sind für die Frauen Hauptbeweggründe, zu ihren gewalttätigen Partnern zurückzukehren.

Das Frauenhaus „Maria Amor“ hat daher das Ausbildungsprogramm „Mujeres con Exito“ aufgebaut: In drei Kleinbetrieben (Wäscherei, Catering-Service und nun neu – ein kleines Café) erhalten die Frauen eine berufliche Ausbildung und verdienen dort ihr erstes Geld. Dadurch sollen die Frauen so gestärkt werden, dass sie zukünftig finanziell auf eigenen Beinen stehen. Eine zweite Projektkomponente betrifft das Programm des Begleitenden Wohnens. In fünf kleinen Wohnungen können Frauen und deren Kinder zeitlich begrenzt unterkommen. Sie zahlen eine geringe Miete und werden von einer Sozialarbeiterin im Sparen, der Finanzplanung und Familienangelegenheiten begleitet. Beide Programmkomponenten tragen dazu bei, dass die Frauen und Kinder eine wirkliche Chance haben, dem Kreislauf der Gewalt zu entkommen.

Im Frauenhaus „Maria Amor“ werden jedes Jahr ca. 100 Frauen und deren ca. 200 Kinder aufgenommen und betreut. Am Ausbildungsprogramm „Mujeres con Exito“ nehmen jährlich ca. 50 Frauen teil, in das Wohnprogramm werden jedes Jahr 10 Frauen mit ihren Kindern aufgenommen.

Projektpartner:

Caritas der Diözese Feldkirch

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2015 – 2017
Fördersummer: 35.000,- Euro

Bilder Copyright: Marion Burger, Caritas der Diözese Feldkirch

Ecuador – Familien-Gewächshäuser für die Gemüseproduktion

Die Gemeinde Pepino Loma der Pfarre San Cristóbal (Salesianergemeinschaft), im Kanton Paute in Ecuador, liegt auf über 2000 Meter. Es leben dort um die 890 Personen, die zu den indigenen des Landes zählen. Die Gemeinde wird mit Strom versorgt und hat eine Krankenstation (puesto de salud), hat aber ein nicht sehr effizientes Trinkwassersystem. Der Anbau von Gemüse ist in dieser Höhe sehr schwierig und die Ernährung deshalb sehr einseitig. Die Leute bauen fast nur Mais an. Rund 90 Prozent des Anbaus wird für die eigene Ernährung verwendet.

Die einseitige Ernährung und das geringe Familieneinkommen haben dazu geführt, dass sich die Frauen aus dem Dorf zu einer Gruppe zusammengeschlossen und eine Nicht-Regierungsorganisation gegründet haben. Sie möchten die Situation ändern und haben nun ein Projekt ausgearbeitet, das ihnen ermöglichen soll, vor allem viele verschiedene Gemüsesorten anzubauen. Diese sollen einerseits die Ernährung, vor allem der Kinder, vielseitiger machen und andererseits durch den Verkauf des Gemüses auf dem lokalen Markt den Familien bessere Lebensbedingungen verschaffen.

Mit der Projektförderung durch den Weltgebetstag der Frauen Österreich sollen Gewächshäuser gebaut werden, sodass der Beginn des Projektes gewährleistet ist. Die Frauen werden über Anbau und Nährwert der Gemüsesorten unterrichtet. Angebaut bzw. gesät werden dann folgende Gemüsearten: Tomaten, verschiedene Salatarten, Peperoni (Paprika), Auberginen, Bohnen, Brokkoli, verschiedene Kohl- und Rübenarten. Die Ernte wird unter den Frauen verteilt; sie gebrauchen es ihn der Küche und was übrig beliebt verkaufen sie auf dem lokalen Markt.

Projektpartner:

Laiengruppe der Pfarre San Cristóbal (Salesianergemeinschaft)

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2018 – 2020

Fördersumme: 30.000,- Euro