Nepal – Frauenhandel verhindern

Der Distrikt Makwanpur in Nepal gilt als Hauptherkunftsregion für Zwangsprostituierte, die in den Bordellen der indischen Großstädte landen und für Haushaltsangestellte, die in die Golfstaaten verkauft werden. Grund ist unter anderem die schwierige Lebenssituation der Menschen in dieser abgelegenen Region. So ist die Nahrungsmittelversorgung nur drei Monate im Jahr gesichert. Nur etwa 40 Prozent der Gesamtbevölkerung kann Lesen und Schreiben. Hinzu kommt das Kastensystem Nepals, das der hauptsächlich betroffenen Gruppe der Dalit kaum Handlungsspielraum lässt sowie patriarchale Strukturen, welche die Entscheidungsmacht der Frauen und Mädchen eingrenzen.

Die Organisation Education Training and Service for Community Nepal (ETSC) bildet Multiplikatorinnen aus, die Mobilisierung und Aufklärungsarbeit gegen Frauenhandel gepaart mit Fortbildungen betreiben. Besonders gefährdeten Frauen und ihren Familien werden Workshops und Trainings zu Frauenhandel und verschiedenen Einkommen schaffenden Tätigkeiten angeboten.

Die Gemeinden werden aktiv in die Planung und Umsetzung des Programms involviert. Ein zentraler Faktor ist der stärkere Einbezug von Männern mittels sogenannter Men’s support Gruppen. Das beinhaltet Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung von Männern gegenüber häuslicher Gewalt, Frauenhandel und die Notwendigkeit von mehr Geschlechtergerechtigkeit. Das Projekt wurde bereits 2015 mit 5.000 Euro durch den Weltgebetstag der Frauen unterstützt. Dabei wurde festgestellt, dass es sehr wichtig ist, auch die Männer zu mobilisieren, um die erwünschten Resultate zu erzielen. Ebenfalls zentral ist die Arbeit mit dem negativen Bild der Dalit, um die Marginalisierung zu verringern.

Projektpartner:

Educational Training & Service for Community – Nepal (ETSC)

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2017 – 2019
Fördersumme: 25.000,- Euro

Bilder Copyright: ETSC