Philippinen – Klima- und Geschlechtergerechtigkeit als Motor für nachhaltige Entwicklung

In dem Projekt, das in Kooperation mit dem WGT Deutschland und der Schweiz für 3 Jahre gefördert wird, geht es darum, Organisationen der Landfrauenbewegung auf Mindanao zu stärken, damit sie in der Lage sind, ihre Anliegen gegenüber örtlichen Regierungsvertretern vorzubringen und einzufordern.

Bürgerkrieg und gewaltsame Konflikte haben viele Jahre lang das Zusammenleben der „Tri-people“-Frauen („Tri-people“: Christliche Siedlerinnen, muslimische Bangsamoro und indigene Lumad) auf Mindanao geprägt. Alle leiden unter fortschreitender Verarmung und Bedrohung ihrer Lebengrundlagen aufgrund von Klimawandel, Landraub, Bergbau und Ausbeutung der natürlichen Ressourcen durch Großkonzerne. Aufgrund ihrer traditionellen Wirtschaftsweise, dem Mangel an alternativen Einkommensmöglichkeiten und dem Fehlen staatlicher Infrastruktur sind indigene Frauen davon besonders betroffen. Traditionelle Familienstrukturen lassen kaum Platz für politisches Engagement, d.h. Frauen haben weder Stimme noch Einfluss, um ihre Situation zu verändern.

Ziel dieses Projektes ist es, acht Organisationen der Landfrauenbewegung Mindanaos dazu zu ermächtigen, dass sie in der Lage sind, ihre Anlegen gegenüber örtlichen Regierungsvertretern zu formulieren bzw. Änderungen einzufordern. Dadurch soll die Lebenssituation und Lebensgrundlage ihrer Mitglieder (630 Frauen) verbessert werden. Innerhalb der Bewegung wird Wert darauf gelegt, dass Tri-people Frauen solidarisch zusammenarbeiten. So soll eine Basis von jungen, selbstbewussten Frauen entstehen, die Führungspositionen vor Ort übernehmen. Die ökonomische Lage der Landfrauen kann sich durch zusätzliche Einkommensquellen aus Land- und Fischwirtschaft verbessern. Männer und Jugendliche sollen in die Arbeit für mehr Klima- und Geschlechtergerechtigkeit eingebunden werden.

Um das Projektziel zu erreichen wird auf folgende Methoden gesetzt:
• die Stärkung der Basisorganisationen und intensivere Vernetzung sowie Austausch untereinander bezüglich politischer Agenda und nachhaltiger Wirtschaftsstrategien unter besonderer Berücksichtigung der Situation indigener Frauen
• bewusstseinsbildende Kampagnen bei Jugendlichen und Männern
• Veröffentlichungen und Kampagnen zu Gender, Umweltschutz und Ernährungssouveränität
• Einkommensschaffende Maßnahmen, z. B. Verkauf von Heilkräutern, Fischverarbeitung, Dorfgärten usw.
• Trainings zu gesunder Ernährung und traditionellen Heilmethoden

Unsere Partnerorganisation, das Mindanao Tri-People Women Resource Center (MTWRC) wurde im Juni 2001 gegründet, als Folge der ersten Frauenfriedenskonferenz auf Mindanao. Das Zentrum koordiniert Maßnahme zur Stärkung seiner mehr als 50 Basisfrauenorganisationen, die alle drei Bevölkerungsgruppen (christliche Siedlerinnen, muslimische Bangsamoro und indigene Lumad) auf Mindanao repräsentieren und engagiert sich für das friedliche Zusammenleben und die Verbesserung der Lebensbedingungen.

Projektpartner:

Mindanao Tri-People Women Recource Center (MTWRC)

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2017 – 2018
Fördersumme: 13.000,- Euro (DACH Kooperation insgesamt: 89.499,- Euro)

Bilder Copyright: Mindanao Tri-People Women Resource Center/WGT Deutsches Komitee e.V.