Tag-Archiv | Kirche

Simbabwe – Förderung positiver Traditionen und Gebräuche

Der Distrikt Murewa im Osten Simbabwes ist sehr von traditionellen Strukturen geprägt. Hüter der Traditionen sind die traditionellen Chiefs und Ortsvorstände. Frauen werden als Menschen zweiter Klasse angesehen und sind häufig von Gewalt betroffen, ihre fundamentalen Rechte (z.B. das Recht auf die Besitztümer ihres verstorbenen Mannes) werden ihnen verweigert, auch wenn diese ihnen nach, häufig nicht bekannter, offizieller Rechtsprechung zustehen. Sexuelle und reproduktive Rechte von Frauen sind ein Tabuthema, Wissen und Zugang zu adäquater Monatshygiene ist daher stark beschränkt. Infolgedessen gehen die Mädchen während ihrer Menstruation nicht in die Schule, was sich negativ auf ihre Leistungen auswirkt.

Envision Zimbabwe Women’s Trust möchte zum Wiederaufbau Simbabwes durch eine von Frauen getragene Entwicklung beitragen. Sie arbeiten mit den lokalen Chiefs (Häuptlingen) und den Frauen zusammen und führen Informationsveranstaltungen, Kampagnen und Trainings zu Frauenrechten/Erbrecht, Workshops zu reproduktiver Gesundheit inkl. Herstellung und Verteilung von Monatsbinden durch.

Projektpartner:

Envision Zimbabwe Women’s Trust

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2021
Fördersumme: 7.000 Euro (DACH-Kooperation insgesamt: 45.000 Euro)

Bilder Copyright: WGT EV

Simbabwe, Harare – Stärkung von Frauen in den Kirchenstrukturen

Die simbabwische Gesellschaft folgt traditionell einer patriarchalen Ordnung, die Frauen und Mädchen soziale, wirtschaftliche und politische Teilhabe weitgehend verwehrt und Gewalt gegen Frauen als natürliches Recht der Männer tituliert. Die anhaltende wirtschaftliche Krise und die damit einhergehende Armut verstärken die Benachteiligungen weiter. Vor diesem Hintergrund engagiert sich das Gender Department des Zimbabwe Council of Churches dafür, die Rechte und gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Kirche und Gesellschaft zu stärken.

Das Zimbabwe Council of Churches (ZCC) ist der Dachverband der Evangelischen Kirchen in Simbabwe. Vor zwei Jahren übernahm Kenneth Mtata die Leitung und leitete eine Wandlung von regimeunterstützend zu regimekritisch ein. Das ZCC sieht sich einer „starken christlichen ökumenischen Gemeinschaft“ und einer „vereinten, friedvollen, gerechten und wohlhabenden (simbabwischen) Nation“ verpflichtet. Maßgebend für die Umsetzung dieser Zielsetzung ist das Department für Gender Justice & Women Empowerment, das u.a. von BfdW und Diakonia Sweden gefördert wird. Das Department engagiert sich auf Basis der ökumenischen Frauengemeinschaft für die Gestaltung der Kirchen zu geschlechtergerechten sozialen Räumen.

In den 26 Mitgliedskirchen der ökumenischen Frauengemeinschaft setzen sich die Glaubensführer aktiv für Geschlechtergerechtigkeit ein. Die Führungskapazitäten von Frauen in den Kirchen sind ausgebaut, wodurch die Frauen sich und ihren Themen Gehör verschaffen und aktiv und in verantwortungsvollen Positionen am Gemeindeleben teilnehmen.

In den Gemeinden betreiben die Frauen Einkommen schaffende Initiativen, wie z.B. Herstellung und Verkauf von Kunsthandwerk, wodurch sie ihre wirtschaftliche Situation verbessern.

Projektpartner:

Zimbabwe Council of Churches

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2020
Fördersumme: Euro 10.000,- (DACH-Kooperation insgesamt: 38.400,- Euro)

Bilder Copyright: Aline Jung und Karin Schmauder/ WGT-Deutschland