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Nordmazedonien, Ohrid – Schule für Roma-Kinder

Dieses Schulprojekt startete 2016 mit 20 Roma-Kindern aus Ohrid im Alter von 6 bis 12 Jahren. Es wurde von einer Lehrerin initiiert, die den großen Wunsch hegte, das Leben dieser Kinder zu verbessern. Sowohl von den Kindern als auch von den Eltern wird dieses Projekt sehr geschätzt.
Heute arbeitet dieses Projekt mit 22 Kindern und 2 Lehrkräften. Es ist das einzige Projekt dieser Art in Ohrid, das langfristig mit Roma-Kinder arbeitet.

Die Roma-Kinder die an diesem Projekt teilnehmen, gehören zu sozial gefährdeten Familien, von denen manche bis zu 10 Kinder haben. Sie können sich aus verschiedenen Gründen nur schwer in das vorhandene Bildungssystem integrieren, z.B. aufgrund von Sprachproblemen, Ausgrenzung durch die anderen MitschülerInnen, geringe Förderung durch die Eltern, der Druck zum Familieneinkommen beizutragen, usw.

Ziel des Projekts ist die Vermittlung von Wissen. Die Kinder sollen es schaffen, die Regelschule regelmäßig zu besuchen und erfolgreich abzuschließen. Der Unterricht beinhaltet verschiedene Fächer wie Mathematik, Informatik (Word, Excel, Internet und Multimedia), Englisch für Anfänger, Kommunikationsfähigkeit, praktisches Wissen über die Gesundheit des Menschen und persönliche Körperhygiene und Hygiene zu Hause, Bildende Künste (Kunst und Musik, Basteln), aber auch Verkehrssicherheit und Verkehrsregeln.

Das Projekt sieht auch eine Zwischenmahlzeit für die Kinder vor. Die Kinder werden auf ihren Wunsch und mit schriftlicher Einwilligung ihrer Eltern aufgenommen. Es gibt Verhaltensregeln, die alle einhalten müssen, sowohl die Lehrerinnen, als auch die Kinder.

Projektpartner:

“Diakonija Makedonija” Diakonie der Evangelisch-methodistischen Kirche in Nordmazedonien

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2020 – 2022
Fördersumme: 26,700 Euro

Bilder Copyright: Christina Cekov

Nordmazedonien, Ohrid – Beratungsstelle für Roma-Mädchen

 

Viele Roma-Mädchen in Nordmazedonien haben nur eine kurze Kindheit, denn sie werden bereits mit 14 Jahren verheiratet und früh Mutter. Meist bedeutet die Ehe das Aus für ihre Ausbildung. Die Mädchen bleiben zu Hause, um sich um den Haushalt und die Kinder zu kümmern. Die zahlreichen Geburten wirken sich negative auf ihre Gesundheit aus. Es entsteht ein Teufelskreis aus Armut und Perspektivlosigkeit, auch für die Kinder.

Im Rahmen des Projektes werden in einem Beratungszentrum für Roma-Mädchen in Ohrid öffentliche Veranstaltungen und Einzelgespräche zu den Themen Sexualität, Hygiene, Pädagogik und Frauenrechte angeboten. Es werden Roma-Frauen eingeladen, die eine Ausbildung gemacht haben und als positives Vorbild dienen können. Das Zentrum existiert bereits seit einigen Jahren und wird von der Roma-Gemeinschaft gut akzeptiert. Die Mädchen erhalten auch Unterstützung bei der Wahl einer weiterführenden Schule und höherer Bildung sowie bei der Arbeitssuche. Ziel ist es die Anzahl der Kinderehen zu reduzieren und den Anteil von Roma-Mädchen mit Schulabschluss oder sogar Studium zu erhöhen. Es sollen gesundheitliche Schäden (physische und mentale) bei Roma-Frauen verringert und die Lebenserwartung erhöht werden.

Zielgruppe sind nicht nur die gefährdeten Mädchen, sondern auch junge Frauen die bereits verheiratet sind und nur schwer mit den damit verbundenen Verpflichtungen und der Verantwortung zurechtkommen. Beraten werden auch alleinerziehende Mütter, die Hilfe im Bereich Kinderpflege und Kindererziehung benötigen, sowie Aufklärung über ihre Rechte als alleinerziehende Mütter.

Projektpartner:

“Diakonija Makedonija” Diakonie der Evangelisch-methodistischen Kirche in Nordmazedonien

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2019 – 2022
Fördersumme: 19.490 Euro

Bilder Copyright: Christina Cekov