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ProjektpartnerInnen berichten: Start der Roma-Schule in Ohrid in Nordmazedonien

Seit 2020 unterstützt der WGT-Österreich das Projekt „Schule für Roma-Kinder“ in Ohrid, Nordmazedonien. Das Schulprojekt startete 2016 mit 20 Roma-Kindern von 6 bis 12 Jahren. Es wurde von einer Lehrerin initiiert, die den großen Wunsch hegte, das Leben dieser Kinder zu verbessern. Sowohl von den Kindern als auch von den Eltern wird dieses Projekt sehr geschätzt. Die Roma-Kinder die an diesem Projekt teilnehmen, gehören zu sozial gefährdeten Familien, von denen manche bis zu 10 Kinder haben. Sie können sich aus verschiedenen Gründen nur schwer in das vorhandene Bildungssystem integrieren, z.B. aufgrund von Sprachproblemen, Ausgrenzung durch die anderen MitschülerInnen, geringe Förderung durch die Eltern, der Druck zum Familieneinkommen beizutragen, usw.

Wir freuen uns, dass die Schule Mitte Juni wieder aufmachen konnte. Wie man im Video sieht, das wir vor kurzem erhalten haben, werden alle Covid-19-Standards perfekt eingehalten. Die beiden Gruppen mit den jüngsten Schülern, machten sich Flügel, damit sie den Abstand einhalten.

Im Video singen die Kinder ein Lied auf Englisch über den Dschungel. Zuvor hatte die Lehrerin gefragt, wer weiß, was ein Dschungel ist. Der jüngste, namens Muhamed, meldete sich und sagte: „Lehrerin, ich weiß was ein Dschungel ist, wenn man alles herumschmeißt und rumliegen lässt, wenn man herumschreit und Unordnung ist. “ Zuhause wohnt der Junge mit seinen 8 Geschwistern und den Eltern in einer Einzimmer Sozialwohnung …

Die Kinder sind überglücklich, dass sie wieder in die Schule dürfen.

Nordmazedonien, Ohrid – Beratungsstelle für Roma-Mädchen

 

Viele Roma-Mädchen in Nordmazedonien haben nur eine kurze Kindheit, denn sie werden bereits mit 14 Jahren verheiratet und früh Mutter. Meist bedeutet die Ehe das Aus für ihre Ausbildung. Die Mädchen bleiben zu Hause, um sich um den Haushalt und die Kinder zu kümmern. Die zahlreichen Geburten wirken sich negative auf ihre Gesundheit aus. Es entsteht ein Teufelskreis aus Armut und Perspektivlosigkeit, auch für die Kinder.

Im Rahmen des Projektes werden in einem Beratungszentrum für Roma-Mädchen in Ohrid öffentliche Veranstaltungen und Einzelgespräche zu den Themen Sexualität, Hygiene, Pädagogik und Frauenrechte angeboten. Es werden Roma-Frauen eingeladen, die eine Ausbildung gemacht haben und als positives Vorbild dienen können. Das Zentrum existiert bereits seit einigen Jahren und wird von der Roma-Gemeinschaft gut akzeptiert. Die Mädchen erhalten auch Unterstützung bei der Wahl einer weiterführenden Schule und höherer Bildung sowie bei der Arbeitssuche. Ziel ist es die Anzahl der Kinderehen zu reduzieren und den Anteil von Roma-Mädchen mit Schulabschluss oder sogar Studium zu erhöhen. Es sollen gesundheitliche Schäden (physische und mentale) bei Roma-Frauen verringert und die Lebenserwartung erhöht werden.

Zielgruppe sind nicht nur die gefährdeten Mädchen, sondern auch junge Frauen die bereits verheiratet sind und nur schwer mit den damit verbundenen Verpflichtungen und der Verantwortung zurechtkommen. Beraten werden auch alleinerziehende Mütter, die Hilfe im Bereich Kinderpflege und Kindererziehung benötigen, sowie Aufklärung über ihre Rechte als alleinerziehende Mütter.

Projektpartner:

“Diakonija Makedonija” Diakonie der Evangelisch-methodistischen Kirche in Nordmazedonien

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2019 – 2022
Fördersumme: 19.490 Euro

Bilder Copyright: Christina Cekov