WGT 2020 Simbabwe

WGT National Kommittee Simbabwe  © WDPIC
WGT National Kommittee Simbabwe    © WDPIC
WGT National Kommittee Simbabwe  © WDPIC
Liturgie Team    © WDPIC
WGT Gottesdienst    © Julie Caddick
WGT Gottesdienst    © WGT-EV
Uniformen verschiedener Kirchen    © WDPIC
Straßenhändler    ©WDPIC
Frau beim Kochen - während Männer unterm Baum sitzen   © WGT-EV
Mama mit Kind    © WGT-EV 
Alte Frau in Hütte beim Kochen    © Reinhild Hawelka
Frauen beim Brennholz sammeln    © Reinhild Hawelka
Kinder freuen sich über Schulschluss!    © Reinhild Hawelka
Jäger    © Reinhild Hawelka
Blick in die Ferne - Zeit zum Träumen    © Reinhild Hawelka
Baobab Baum    © Reinhild Hawelka
Groß-Zimbabwe    © Reinhild Hawelka
Viktoriafälle    © Reinhild Hawelka
Blick auf ein Dorf    © Reinhild Hawelka
Flammenbäume    © Reinhild Hawelka
Höhlenmalerei der San    © WGT-EV
Roller    © Reinhild Hawelka
Leoparden    © Reinhild Hawelka
Elefanten    © Reinhild Hawelka
Wildhunde    © Reinhild Hawelka
Giraffen    © Reinhild Hawelka

Der Weltgebetstag 2020 kommt aus Simbabwe, einem Land im südlichen Afrika, bewohnt von verschiedensten ethnischen Gruppen wie den Shona, Ndebele u.v.m., reich an Naturwundern wie den Viktoria Fällen umrahmt von hügeliger Landschaft, den kultur-historisch bedeutsamen Steinhäuser Ruinen, sowie den berühmten Höhlenmalereien.

Der Name Simbabwe geht auf die heute „Great Zimbabwe“ genannte Ruinenstätte zurück und heißt in der Sprache der Shona „Steinhäuser“ (unter engl. Kolonialherrschaft hieß das Land  Süd-Rhodesien). Aus Granit wurden Ziegeln gemeißelt und bis zu 10m hohen Steinwände ohne Mörtel gebaut. In ihrer Blütezeit zwischen dem 11. – 15. Jahrhundert beherbergte Great Zimbabwe bis zu 18.000 Einwohner, die ua Händler, Künstler und Steinmetze waren. Das Volk der San hingegen bestand aus Jäger & Sammler. Ihre kulturhistorisch sehr wertvollen, filigran gestalteten Höhlenmalereien werden auf 10.000 – 2000 Jahre alt geschätzt, und gehören wie die Steinhäuser zum  UNESCO-Erbe.

Durch rege Handelsbeziehungen kam das Land Mitte des letzten Jahrtausends zu großem Reichtum. Dies änderte sich jedoch mit der Ankunft der ersten Europäer, der Portugiesen, im 16. Jahrhundert. Schlussendlich kamen die Briten in den 1890er Jahren, die ua durch Verträge mit lokalen Ndebele-Königen das Land kolonialisierten und sowohl die Bewohner als auch das Land ausbeuteten. Die Einheimischen wurden von den Weißen von ihrem fruchtbaren Land vertrieben und mussten im sandigen, unfruchtbaren Land ausharren. Von nun an war das alltägliche Leben geprägt von der Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung sowie Aparthei, der Trennung von Weißen und Schwarzen im Alltag, Bildung, Gesundheitssystem etc. Hunderttausende wurden ermordet. Zahlreiche Freiheitskämpfe gegen die weißen Besatzer folgten, dies prägt die politische Landschaft bis heute. Als das Land 1980 selbständig wurde, etablierte Robert Mugabe mit seiner Partei ZANU PF eine politische Kultur der Unterdrückung, Korruption und Unterschlagung jeglicher Konflikte und Opposition mit roher Gewalt, brutaler Einschüchterungen und unzähligen Morden. Seine Partei eroberte die Wahlkommissionen, Polizei, Armee, Geheimdienst, Schulen, Zulassungsbehörden etc. So konnte sich an der Macht halten und auch am helllichten Tage Oppositionelle verschwinden lassen. Die Gewalt, Korruption aber auch die Enteignung weißer Bauern durch die Landreforn führten zu einem wirtschaftlichen Zusammenbruch und extremen Armut für die Mehrheit der Bevölkerung. Wie schnell – und vor allem – ob – der in Juli 2018 gewählte Präsident Mnangagwa das ändern wird, wird sich noch zeigen.

Trotz allem ist die Bevölkerung Simbabwes eine freundliche, offene, warmherzige, hart arbeitende Gesellschaft. Dies zeigt sich ua darin, dass die simbabwische Diaspora bis zu 650 Millionen US$ pro Jahr an ihre Familien zuhause überweist. Das eigene Schicksal und das des Landes zu wenden, wenn sich eine Chance ergibt, die Hoffnung auf ein besseres Leben, vom kraftlosen, passiven Warten in ein kraftvolles Heil-Sein zu kommen – das ist das Ziel, nicht nur für die Bevölkerung von Simbabwe, sondern für jede und jeden Einzelnen von uns!

Die Liturgie, die die Frauen aus Simbabwe verfasst haben, basiert auf der Begegnung Jesu (Joh 5,2-9a) mit einer Person, die, obwohl sie zur Heilung in Position gebracht wurde, nicht mit den gegebenen Möglichkeiten reagiert hatte. „Willst du gesund werden?“, fragt Jesus. Auch wir stehen oft vor einer lebensverändernden Frage. „Steh auf und geh!“, gebietet Jesus. Unsere Schwestern aus Simbabwe nehmen die Begegnung Jesu als einen Aufruf, Schluss zu machen mit dem kraftlosen Warten und sich für einen Wandel einzusetzen. Sie wünschen sich für ihr Land endlich Frieden, Versöhnung und Lebensbedingungen, die eine gute Zukunft für alle ermöglichen. Sie sind bereit die „Matte der Ausreden“ zu nehmen und aufzustehen mit Gottes Hilfe und gegenseitiger Unterstützung.

Das Titelbild zum Weltgebetstag aus Simbabwe wurde von der Künstlerin Nonhlanhla Mathe kreiert. Mathe malt seit 15 Jahren, hat bereits in der National Gallery of Zimbabwe ausgestellt und wurde als beste weibliche bildende Künstlerin mit dem ´Awards of Merit in Heritage Exhibition` ausgezeichnet. Das Bild zeichnet den Wandel innerhalb der simbabwischen Gesellschaft auf. Von der dunklen Vergangenheit im rechten oberen Eck bis hin zur Hoffnung und materiellem Wohlstand (symbolisiert durch Landwirtschaft und Vegetation) im Hier und Jetzt im restlichen Bild. Johannes 5: 2-9 inspiriert den unteren Bildteil – Liebe, Heilung, Versöhnung und die Freiheit zu einem selbstbestimmten Leben für Frauen ~ dargestellt in farbenfroher Lebendigkeit. Die Selbstbestimmung von und gegenseitige Unterstützung zwischen uns Frauen ist ein zentrales Element in Nonhlanhla Mathe`s Werk.