Kambodscha – Wiedereingliederung von gefährdeten Kindern und Jugendlichen in ihren Familien und Gemeinden

Kambodscha ist mit seinen 15 Millionen EinwohnerInnen eines der ärmsten Länder der Welt. Trotz der hohen Wachstumsrate von 7 Prozent jährlich, ist das sozio-ökonomische Ungleichgewicht zwischen Stadt und Land in den letzten Jahren gestiegen. Vor allem die am meisten marginalisierten Bevölkerungsgruppen sind davon betroffen, ihre Situation hat sich verschlechtert. So arbeiten über 60 Prozent der Erwachsenen unter riskanten Arbeits-bedingungen. Diese schlechte Gesamtsituation führt dazu, dass manche Familien nicht angemessen für ihre Kinder sorgen können. Vor allem alleinerziehende Mütter sind davon betroffen, da sie kaum auf Unterstützung von außen hoffen können. Oftmals sind Kinder daher schon in frühen Jahren dazu gezwungen zu arbeiten. 18 Prozent sind von Kinderarbeit betroffen. Tatsächlich ist Kambodscha mit rund 35 Prozent das Land mit den meisten Schulabbrüchen Südostasiens.

Kinder und Jugendliche, die auf der Straße leben, sind durch die schlechten hygienischen Bedingungen durch Unterernährung und Krankheiten wie HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria gefährdet. Durch die hohe Arbeitslosenrate von fast 80 Prozent der 15 und 25-Jährigen, droht zudem, dass sie Mitglieder von Gangs oder anderen bewaffneten Gruppen werden und Probleme mit den Autoritäten oder dem Gesetz bekommen. Außerdem nimmt fast die Hälfte der Straßenkinder Drogen.

Progetto Continenti ist eine italienische NGO die seit 1989 im Rahmen von internationalen Kooperationen über 150 Projekte in 15 verschiedenen Ländern durchgeführt hat. Eines dieser Projekte ist das Kinderzentrum Sangkheum Center in Kambodscha. Im Jahr 2001 wurde das Zentrum, das in Khmer „Zentrum der Hoffnung“ heißt, mit Unterstützung durch das italienische Außenministerium und in Zusammenarbeit mit der lokalen NGO Kado realisiert. Es befindet sich nicht weit entfernt von der Stadt Siem Reap, in einer der ärmsten Gegenden des Landes.

Ziel des Projektes ist die Wiedereingliederung der im Center untergebrachten Kinder und Jugendlichen bei ihren Familien und Ursprungsgemeinden. Es handelt sich konkret um 30 Betroffene im Alter von 8 bis 20 Jahren die betreut werden (Unterkunft, Nahrung, Bildung, Gesundheitsversorgung und Freizeitaktivitäten) bis die Konditionen vorhanden sind, um eine sichere Reintegration in ihren Familien oder Gemeinden nach dem Standard des Kinderschutzes garantieren zu können.

Dabei wird mit dem Partner Community Care First Organization (CCFO) zusammengearbeitet, der die Familien ausfindig macht, deren sozio-ökonomische Situation untersucht bzw. beobachtet und eine mögliche Zusammenführung durchführt.

Projektpartner:

Progetto Continenti

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Förderdauer: 2017
Fördersumme: 8.000,- Euro

Bilder Copyright: Progetto Continenti