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Simbabwe, Bulawayo – Frauen und Mädchen stehen auf, und für ihre Rechte ein

Wie in vielen anderen Ländern, besteht auch in Simbabwe eine große Diskrepanz zwischen Frauenrechten auf dem Papier und ihrer Umsetzung. Die Regierung hat etliche Abkommen zur Geschlechtergerechtigkeit unterzeichnet, doch an der gelebten Realität hat dies kaum etwas geändert. Grund hierfür ist der fehlende politische Wille, Frauenanliegen Wichtigkeit zu verleihen. Dies spiegelt die heute noch zutiefst patriarchale Gesellschaftsordnung wider.

Das Creative Centre for Communication and Development (CCCD) wurde 2008 in Bulawayo von Gertrude Pswarayi, einer Journalistin, Medienwissenschaftlerin und Tochter einer ehemaligen Kinderbraut gegründet. Ziel von CCCD ist es, Frauen und Mädchen Werkzeuge in die Hand zu legen, die es ihnen ermöglichen, für sich zu sprechen, ihre Rechte einzufordern und dadurch nicht nur das patriarchale System sondern auch den Kreislauf von Armut aufzubrechen. Das Werkzeug, das CCCD den Frauen in die Hand gibt, ist Medienkompetenz. Die Zielgruppe von CCCD sind Kinderbräute und Mädchen, die von Kinderheirat bedroht sind, sowie Frauen und Mädchen mit HIV/AIDS.

Als kompetente Nutzerinnen von Kommunikations- und Informationstechnologien verschaffen sich rund 100 Mädchen und Frauen Gehör. Sie betätigen sich als „Bürgerinnen-Journalistinnen“ (Citizen Journalists), in ihrer Arbeit konzentrieren sie sich auf mädchen- und frauenrelevante Themen. Die in digitale Geschichten verpackten Erfahrungsberichte der Mädchen und Frauen setzen anhand öffentlicher Vorführungen einen Dialog zu Themen wie sexuelle Gewalt oder Kinderheirat in Gang. Gemeinsam mit öffentlichen Kampagnen zu Frauenrechten wird dadurch die Bevölkerung sensibilisiert und mobilisiert, für mehr Geschlechtergerechtigkeit einzutreten.

Projektpartner:

Creative Centre for Communication and Development (CCCD)

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2020
Fördersumme: 5.000,- Euro (DACH-Kooperation insgesamt: 30.000,- Euro)

Bilder Copyright: Karin Schmauder und Kerstin Hemker/WGT Deutschland

Simbabwe – Möglichkeiten schaffen durch integrative Bildung

Kinderweltgebetstag 2020

Menschen mit Behinderungen in Simbabwe sind in der Gemeinschaft zumeist sozial ausgegrenzt. Dies bedeutet wiederum eine Steigerung der Armut für sie und ihre Familien. Die Ursachen dieser sozialen Ausgrenzung sind meist kulturelle Missverständnisse und verschiedenste Barrieren, die den Zugang zu Dienstleistungen wie Gesundheitswesen oder Ausbildung zusätzlich erschweren. Während die Einschulungsrate für Grundschulen in Simbabwe mit beinahe 100% sehr hoch ist, geht UNICEF davon aus, dass nicht einmal 10% der Kinder mit Behinderung im schulpflichtigen Alter zu Schulbeginn eingeschult werden. Viele der SchülerInnen mit Behinderung brechen auch frühzeitg ab, ohne Bildung und Abschluss. Hauptgründe hierfür sind die mangelnde Barrierefreiheit, nicht behindertengerechte Lehrmethoden und Lernmaterialien, vor allem aber Diskriminierung und Mobbing an Schulen.

Die Organisation Jairos Jiri Association (JJA) nimmt eine VorreiterInnenrolle im Bereich inklusive Bildung in Simbabwe ein. Sie wurde bereits 1950 gegründet mit dem Ziel Menschen mit Behinderung stärker in die Gesellschaft zu integrieren.

Analysen haben ergeben, dass vor allem ein großer Bedarf im Bereich Trainings von Lehrenden besteht. Genau da setzt das vom WGT-Österreich geförderte Projekt an. Mit der finanziellen Unterstützung sollen speziell Trainings zu inklusiver Bildung angeboten werden.

Projektpartner:

Jairos Jiri Association (JJA) über Brot für die Welt

Finanzierung durch den WGT Österreich:

Finanzierung: 2020
Fördersumme:  6.151,- Euro

Bilder Copyright: Brot für die Welt